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Hamburgs Bürgermeister Tschentscher: Klares Bekenntnis zu China

(German.people.cn)

Freitag, 05. Juni 2020

  

von Jeffrey Möller und Zhang Liou, Beijing

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie hat internationale Lieferketten vor massive Herausforderungen gestellt. Zentrale Knotenpunkte des chinesisch-europäischen Handels wie die Hansestadt Hamburg waren besonders von den damit verbundenen wirtschaftlichen Einschränkungen betroffen. Dennoch zeigt sich Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher optimistisch bezüglich den Beziehungen seiner Stadt zu China. Im Interview mit People’s Daily Online erklärt er, warum die Nachfrage beim Schienengüterverkehr trotz der Krise zugenommen hat und wagt bereits einen Blick in die Zukunft.


Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher (Quelle: Ronald Sawatzki/Senatskanzlei Hamburg)

Als norddeutsches „Tor zur Welt“ pflegt Hamburg bereits seit Jahrhunderten enge Beziehungen zum Reich der Mitte. Neben der Städtepartnerschaft zur chinesischen Metropole Shanghai, nimmt die Hafenstadt auch eine strategisch wichtige Position beim See- und Schienenverkehr zwischen China und Europa ein. Mit mehr als 500 chinesischen Firmen vor Ort ist Hamburg zudem der führende Standort chinesischer Unternehmen in Europa. Gleichzeitig sind mehr als 700 Hamburger Unternehmen in der Volksrepublik aktiv.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher ist davon überzeugt, dass auch die Corona-Krise die Beziehungen zwischen der Hansestadt und China nicht nachhaltig beeinträchtigen wird. Im Gespräch mit People’s Daily Online äußert er sich zu den Auswirkungen der Pandemie, der Kooperation mit Shanghai und dem aktuellen Stand der Planungen der Wirtschaftskonferenz „Hamburg Summit: China meets Europe“.

Lesen Sie hier das vollständige Interview:

Herr Tschentscher, Hamburg ist ein wichtiger Knotenpunkt für den chinesisch-europäischen Güterverkehr. Aktuell betreiben bereits 20 chinesische Städte Containerzugverbindungen in die Hansestadt. Auch während der COVID-19-Pandemie wurden die Zugverbindungen nicht eingestellt, beispielsweise traf am 30. April erstmals ein Güterzug aus Jinan mit medizinischen Hilfsgütern an Bord am Billwerder Terminal ein. Glauben Sie, dass die Coronavirus-Krise Einfluss auf den Güterzugverkehr zwischen Hamburg und China haben wird? Was kann die Stadt Hamburg unternehmen, um das zu verhindern?

China ist seit langem der wichtigste Handelspartner des Hamburger Hafens. Jeder dritte Container, der hier umgeschlagen wird, kommt aus China oder ist auf dem Weg dorthin. Für chinesische Waren ist Hamburg der zentrale Zugang zum europäischen Markt. Gleichzeitig ist Hamburg auch der größte europäische Eisenbahnknoten für China-Verkehre sowohl beim Umschlag vom Schiff auf die Schiene als auch mit über 200 wöchentlichen Direktzugverbindungen in zahl-reiche chinesische Provinzen. Die Nachfrage beim Schienengüterverkehr ist durch Corona nicht gesunken, sondern gestiegen. Die Züge zwischen China und Europa sind aktuell stark ausgelastet. Teilweise werden sie als Alternative zur Seefracht genutzt, da einige Reedereien aufgrund der Corona-Pandemie Linienverbindungen ausgesetzt haben. Der internationale Güterverkehr wird in Hamburg schnell und professionell abgefertigt, wir sind gut für die Zukunft aufgestellt.

Hamburg hat insgesamt neun Partnerstädte, eine davon ist Shanghai. Können Sie uns die Partnerschaft der beiden Städte kurz vorstellen? Was erwarten Sie von der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Hamburg und China?

Die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai besteht seit 1986. Sie wurde vom damaligen Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Klaus von Dohnanyi, sowie dem damaligen Oberbürgermeister Shanghais und späteren Staatspräsidenten der Volksrepublik China, Jiang Zemin, geschlossen. Seitdem unterhält Hamburg eine eigene Vertretung in Shanghai, das Hamburg Liaison Office China (HLO), das im „Hamburg House“ auf dem ehemaligen Expo-Gelände untergebracht ist.

Das Besondere an unserer Partnerschaft ist, dass Hamburg und Shanghai dynamische Metropolen sind, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen und diese aktiv angehen. Wir arbeiten in einer Vielzahl von Projekten zusammen, in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Justiz, Sport und anderen Bereichen. Alle zwei Jahre ergänzen wir unsere Partnerschaft um neue Projekte. Dadurch sind auf beiden Seiten viele Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Städtepartnerschaft eingebunden. Aus dieser Zusammenarbeit ist großes Vertrauen gewachsen.


Tschentscher und Shanghais Vize-Bürgermeister Xu Kunlin bei der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding am 08. August 2019 in Shanghai (Quelle: Senatskanzlei Hamburg)

Im vergangenen Jahr habe ich Shanghai selbst besucht und war beeindruckt von seiner Dynamik und Vielfalt. Gemeinsam mit dem Vize-Bürgermeister von Shanghai habe ich ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das unserer Städtepartnerschaft viele weitere gemeinsame Projekte hinzufügt. Ich habe Shanghai eingeladen, sich beim World Congress on Intelligent Transport Systems (ITS) zu präsentieren, der 2021 in Hamburg stattfinden wird. Gerade im Bereich der urbanen Mobilität sehe ich große Chancen für eine Vertiefung der Städtepartnerschaft.


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