Jüngere Generation – zwischen umweltbewusst und konsumfreudig
Dabei sind vielen älteren Kunden in den Supermärkten die Gefahren und der richtige Umgang mit Plastikabfällen gar nicht bewusst. Sie sind oftmals lediglich angewidert von der „weißen Verschmutzung", aber verstehen wenig von den Anforderungen an die Abfalltrennung. Im Gegensatz dazu verfügt die jüngere Generation über mehr Umweltwissen.
In einer Universität im Bezirk Haidian sagte ein Student namens Wu, dass „mikroplastischer" Müll wie der Feinstaub für das Meer sei und der Meereswelt und den dortigen Lebewesen einen sehr ernsten Schaden zufüge.
Wu machte auch gleich viele Vorschläge zur Lösung der Umweltprobleme, wie zum Beispiel Plastiktüten mehrmals zu benutzen oder bei Lieferungen nur wenig Plastikverpackung zu nutzen. Er schlug weiter vor, dass der Fokus bei der Prävention und Kontrolle von Plastikverschmutzung von "Kontrolle" zu "Prävention" verschoben werden sollte: „Anstatt die hohen Kosten nach der Umweltverschmutzung zu zahlen, wäre es besser, die Ursachen der Verschmutzung von Grund auf zu kontrollieren, Materialien zu verbessern und die Umweltverschmutzung zu reduzieren. Wenn das Geld anstatt für das Verbrennen von Müll dafür genutzt werden könnte, um Rohstoffe zu verbessern und das Recycling zu stärken, wäre der Effekt um ein Vielfaches größer. "
Auf sein eigenes Konsumverhalten angesprochen, gab Wu jedoch zu, dass auch er immer noch oft Lieferungen bestelle und Online-Shopping nutze. „Schließlich ist es so bequem. Sobald man sich daran gewöhnt hat, ist es schwer sich zu ändern", erklärte er.
Größeres Umweltbewusstsein –Umsetzung oft schwierig
China.org führte kürzlich eine Wechat-Umfrage zu Umweltschutzgewohnheiten durch. Aus den mehr als 200 erhaltenen validen Fragebögen ist leicht zu erkennen, dass sich das Umweltschutzverhalten und das ökologische Bewusstsein verbessert haben. 22% der Befragten gaben an, beim Einkaufen „immer“ Einkaufstaschen mitzubringen, 43% sagten, dies sei „manchmal“ der Fall. 92% gaben an, dass sie Plastiktüten mehrmals nutzen würden, entweder als Abfallbehälter oder für den nächsten Einkauf. Fast 90% der Teilnehmer äußerten Unterstützung für die Einführung eines strengeren Abfalltrennungssystems und auch die Bereitschaft es einzuhalten. Aber auch etwa 78% der Befragten sagten, dass es zu schwer sei, Online-Shopping aufzugeben, obwohl es zur Verbreitung von Plastikmüll führt.
Liu Jianguo, Professor an der Fakultät für Umweltwissenschaften der Tsinghua Universität, sagte im Interview mit China.org, dass die zu Beginn der Plastikvorschrift definierten Ziele trotz neuer Herausforderungen grundsätzlich umgesetzt werden konnten. Besonders wertvoll an der Vorschrift sei, dass sie den Menschen bewusst mache, dass die Nutzung von Ressourcen nicht frei ist. So betrachtet hat die Umsetzung der Vorschrift bereits einen sehr positiven Einfluss.
Zeitgleich wies Liu aber auch darauf hin, dass trotz des allgemein erhöhten Umweltbewusstseins in der Gesellschaft immer noch einige die Einstellung hätten, „Umweltschutz liegt nur in der Verantwortung der Regierung und hat nichts mit mir selbst zu tun hat.“ Deshalb betonte Liu, dass jeder aufgefordert werden müsse, diese „Zuschauermentalität“ aufzugeben und und sich stattdessen aktiv an Umweltschutzmaßnahmen zu beteiligen.
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