Nach dem Eisbrecher „Xuelong“ und dem gleichnamigen Geländefahrzeug hat China nun erstmals auch ein Starrflügelflugzeug an den Südpol geschickt. Die „Xueying“ wird in den nächsten Tagen in eisiger Kälte auf Herz und Nieren getestet.

Nach Angaben des staatlichen Meeresamts ist Chinas erstes Polar-Starrflügelflugzeug, die „Xueying 601“, am Montag in der Nähe von Chinas erster Forschungsstation in der Antarktis eingetroffen. Die Maschine sei bereit für ihre erste Mission am Südpol.
Die „Xueying 601“ – oder „Schneeadler“ auf Deutsch – hob am 15. November von Kanada aus in Richtung Antarktis ab. Acht Tage später erreichte sie die britische Forschungsstation „Rothera“. Am 26. November traf die „Xueying“ schließlich am Südpol ein. Gestern Montag flogen die drei Besatzungsmitglieder und ihr Begleiter vom südlichsten Punkt der Erde weiter zur chinesischen Forschungsstation „Zhongshan“, wo sie nach sieben Stunden und 46 Minuten eintrafen.
In einem nächsten Schritt werden die Wissenschaftler die Flugeigenschaften des Starrflüglers unter den klimatischen Bedingungen der Antarktis testen. Ebenfalls getestet werden wird das Forschungsgerät an Bord der „Xueying 601“ einschließlich des Eis-Radars, des Gravimeters und des Magnetometers.
Die Forschungsstation „Zhongshan“ dient der Crew als Basis für die Tests. Zum Programm von „Xueyings“ erster Mission gehören auch Flüge zu den beiden anderen chinesischen Forschungsstationen „Kunlun“ und „Taishan“ sowie zur australischen Station „Casey“. Die wissenschaftliche Untersuchung des Prinzessin-Elisabeth-Landes in der Nähe der „Taishan“-Station rundet die Aufgaben der „Xueying 601“ auf ihrer ersten Mission ab.
Starrflügelflugzeuge sind für den schnellen Transport und die Notfallrettung konzipiert. Sie sind daher hervorragend für Forschungseinsätze geeignet. Bislang verfügten nur die USA, Deutschland und Großbritannien über ein multifunktionales Starrflügelflugzeug in der Antarktis.
Exklusivinterview mit Michael Clauss (Zweisprachiges Video)
Der deutsche Botschafter in China Michael Clauss äußert sich über aktuelle Themen, die von den Chinesen aufmerksam verfolgt werden. Dazu gehören die möglichen Synergien zwischen den Konzepten „Industrie 4,0“ und „Made in China 2025“, die Flüchtlingskrise in Europa, der Abgas-Skandal von VW und die Visaerleichterung.