Die Weltöffentlichkeit staunte am Mittwoch nicht schlecht, als bekannt wurde, dass China für ein Barrel Öl aus Russland 90 US-Dollar bezahlt, während der internationale Ölpreis nur bei 60 Dollar liegt. Warum also bezahlt China 50 Prozent mehr?

In Anwesenheit von Chinas Staatspräsident Xi Jinping und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin werden im Mai in Shanghai das „Memorandum zur Kooperation beim Bau der östlichen Gasleitung“ zwischen den beiden Regierungen und der „Vertrag zur Gaslieferung durch die östliche Gasleitung“ zwischen der China National Petroleum Corporation und der russischen Gazprom unterzeichnet.
China ist die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft und das größte Handelsland. Infolge seiner rasanten Entwicklung spüren die USA zunehmend größeren Konkurrenzdruck. Wie also kann ein solcher Staat auf so unvernünftige Weise mit anderen Ländern Geschäfte machen? Ist China der Dumme oder der Westen?
In Wirtschaftskreisen ist allgemein bekannt, dass der Handel von Erdöl und Getreide in großen Mengen durch Termingeschäfte betrieben wird. Mit seinen Ölimporten aus Russland, dem Nahen Osten und Lateinamerika im November hat China nur seine Kaufverträge erfüllt.
Verhandlungen über den Öl- und Gaspreis zwischen China und Russland sind stets eine schwierige Angelegenheit. Beide Seiten halten an ihren Standpunkten fest. Wenn China tatsächlich gerne 50 Prozent mehr Geld ausgeben würde, wie hätte es dann dazu kommen können, dass China und Russland beim diesjährigen CICA-Gipfeltreffen „nicht weiter verhandelten“, am Ende des Treffens aber trotzdem einen Vertrag zur Gasversorgung abschlossen? Damals war der Westen allgemein der Meinung, dass China bei den Preisverhandlungen Vorteile erhalten hatte, da die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen wegen der Krise in der Ukraine angespannt waren.
Termingeschäfte funktionieren nach eigenen Regeln. Wenn der globale Ölpreis rasch sinkt, erleiden die Öl importierenden Firmen der Importländer Verluste, aber die Wirtschaft des ganzen Landes profitiert davon. Umgekehrt gilt diese Regel auch. Bei einem starken Anstieg oder Rückgang des internationalen Ölpreises werden China und Russland erneut über den Preis verhandeln, was denjenigen, die die chinesische Regierung verunglimpfen wollen, keinen Anlass zur Sorge geben sollte.
Warum versuchen einige Leute also immer wieder die chinesische Regierung zu verunglimpfen? In Anbetracht der enormen Abwertung des Rubels letzte Woche behauptete jemand doch tatsächlich, dass die chinesisch-russische Vereinbarung zum gegenseitigen Währungswechsel Russland als „Maschine zur Geldgabe“ dient. Einige Tage danach geriet China erneut ins Zentrum der Kritik. Wieso?
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Es ist ein unscharfes, aber mein Lieblingsphoto aus der Zeit in China. Ein Kind, vielleicht ein Mädchen, hat eine leuchtend rote Jacke an, und es läuft, die Arme weit ausgebreitet, an einem See entlang.