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Jugendaustausch als Fundament der Freundschaft zwischen China und Deutschland

(German.people.cn)
Freitag, 23. Dezember 2016
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Von Zhang Yue, Beijing

Am 24. November ist das „Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016“ in Hamburg zu Ende gegangenen. In den vergangenen elf Monaten haben über 60.000 Jugendliche aus beiden Ländern an mehreren Austauschprogrammen teilgenommen und zahlreiche Freundschaften geschlossen.

People’s Daily Online hat ausgewählte Personen aus unterschiedlichen Kreisen interviewt, um damit den Lesern einen Überblick der Veranstaltungsserie zu bieten.

In diesem Artikel bringt Xu Tao, Leiter der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit und Austausch im chinesischen Bildungsministerium, seine Meinung zum Jugendaustausch zum Ausdruck.

Xu Tao im Interview. (Bild von Hua Fang)

People’s Daily Online: Können Sie zuerst einen Überblick über das Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016 geben? Welche Erfolge sind erzielt worden?

Xu Tao: Am 21. März läuteten Chinas Staatspräsident Xi Jinping und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck zusammen das „Deutsch-Chinesische Jahr für Schüler- und Jugendaustausch 2016“ unter dem Motto „Austausch, Freundschaft, Zukunft“ in Beijing ein. In den vergangenen elf Monaten haben über 60.000 Jugendliche aus China und Deutschland an mehreren Veranstaltungen in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Technik, Kultur, Sport und Nachrichten teilgenommen.

Der Abschlusszeremonie am 24. November wohnte die stellvertretende chinesische Ministerpräsidentin Liu Yandong bei. In ihrer Rede bezeichnete Liu die Zeremonie als einen neuen Ausgangspunkt der Freundschaft zwischen chinesischen und deutschen Jugendlichen. Sie hoffte zudem, dass mehrere junge Freundschaftsbotschafter beider Seiten die chinesisch-deutsche Freundschaft weiter vorantreiben können.

People’s Daily Online: Welches Austauschprogramm hat Sie besonders beeindruckt und warum?

Viele Programme wie „University Students Design and Planning Competition” und „China Germany Youth Dialogue“ sind sehr interessant und erfolgreich. Mich hat besonders ein Video im Rahmen des Projekts „China and Germany in my eyes“ auf der Abschlusszeremonie beeindruckt. Mit Unterstützung des chinesischen Hanban [staatliche Organisation für die Koordinierung der Konfuzius-Institute] und der deutschen Mercator-Stiftung konnten 15 deutsche Schüler, die zuvor fast keine Ahnung von der chinesischen Geschichte und Kultur hatten, nach China reisen und das Land unter Begleitung ihrer chinesischen Austauschpartner kennenlernen. Neben der Verbotenen Stadt haben sie auch die Drei-Schluchten-Talsperre besichtigt, welche die deutschen Jungen und Mädchen staunen ließ.

Die deutschen Schüler konnten zum ersten Mal das Reich der Mitte kennenlernen, das einerseits eine lange Geschichte von über 5.000 Jahren hat und andererseits so modern und dynamisch ist. Ihr erstes China-Bild ist damit eine Mischung von modern und historisch, von beschäftigt und gemächlich. Sie und ihre chinesischen Austauschpartner haben zum Ende des Projekts Fremdheit und Zurückhaltung überwunden und sind alle zu guten Freunden geworden.

Erwähnenswert ist auch, dass sich die deutschen Besucher für chinesische Opern interessierten. Während ihres Aufenthalts haben sie mit einem chinesischen Seniorenchor gemeinsam das klassische chinesische Volkslied „Jasmin-Blumen“ gesungen. Kunst ist eine Weltsprache, wie ich finde.

Ich glaube, dass die Erlebnisse in China diese deutschen Jugendlichen weiter beeinflussen werden. Vielleicht will sich jemand von ihnen künftig mit der Förderung des chinesisch-deutschen Austausches beschäftigen und damit das gegenseitige Verständnis zwischen den beiden Völkern vertiefen.

Im kommenden Jahr werden 15 chinesische Jugendliche nach Deutschland reisen. Ich wünsche ihnen Spaß und Erfolg.

People’s Daily Online: Was sind die Unterschiede zwischen chinesischen und deutschen Jugendlichen?

Die chinesischen Jugendlichen sind zurückhaltend beim internationalen Austausch, während die deutschen Jungen und Mädchen aktiver sind. Sie sind besonders neugierig auf China und betrachten die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Ich glaube, dass dies etwas mit dem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund zu tun hat.

Ich freue mich aber, dass die Kinder aus beiden Ländern beim Austausch voneinander lernen und sich verbessern. Das ist sehr wichtig beim Austausch zwischen zwei Nationen und Kulturen.

People’s Daily Online: Wie kann der Jugendaustausch bei der Förderung der chinesisch-deutschen Freundschaft und der Beseitigung der gegenseitigen Missverständnisse mitwirken?

Durch ihre unterschiedlichen Verhältnisse und andere Geschichte haben Chinesen und Deutsche ihr jeweils eigenes Verständnis über die Welt. Die wichtigsten Wege zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses und zur Beseitigung von Missverständnissen sind Kommunikation und Austausch.

China und Deutschland pflegen derzeit gute Beziehungen und haben eine Reihe von Kooperationsmechanismen eingerichtet. In mehreren Bereichen wie der Bildung arbeitet man umfassend zusammen.

In Zukunft wird der Jugendaustausch eine besonders wichtige Rolle bei der Kommunikation zwischen Ländern spielen. Er fungiert als Fundament der Freundschaft und sichert die Vertiefung der bilateralen Beziehungen ab.

Wie ich bereits gesagt habe, hilft der Jugendaustausch dabei, Klischees aufzubrechen. Aus Verständnis entsteht Toleranz.

People’s Daily Online: Wie läuft derzeit die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich Bildung ab?

Die Zusammenarbeit mit Deutschland ist ein Schwerpunkt des Ministeriums. Seit den 1980er Jahren vertieft sich die chinesisch-deutsche Bildungskooperation ständig und erzielt viele Erfolge. Jährlich schicken beide Seiten Studierende, Forscher und Gelehrte zu gemeinsamen wissenschaftlichen Studien, Forschungen und Symposien. Die Schwerpunktprogramme sind in den Bereichen Hochschulbildung, berufliche Bildung und Sprachbildung.

Darüber hinaus sind viele Forschungs- und Entwicklungsplattformen zwischen chinesischen und deutschen Hochschulen gegründet worden, die bereits handfeste industrielle Erfolge erzielt haben. Ein gutes Beispiel dafür ist das E-Auto-Programm an der Tongji-Universität.

China vertieft seine Reformen und setzt neue Entwicklungsstrategien wie „Made in China 2025“ und die Initiative „Belt and Road“ um. Die Nachfrage an ausgebildeten Fachkräften vergrößert sich. Deutschland verfügt über eine führende Stellung bei der Ausbildung von Fachkräften, deshalb ist die Zusammenarbeit mit Deutschland bedeutungsvoll.

People’s Daily Online: Gibt es neue Pläne für den Austausch mit Deutschland?

Die chinesische und deutsche Regierung haben sich geeinigt, einen hochrangigen Dialog zwischen den Menschen ins Leben zu rufen. Bisher hat China solche Mechanismen schon mit den USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, der EU sowie Indonesien verwirklicht. Deutschland ist der siebte Partner. Es handelt sich um einen praktischen Kooperationsmechanismus, der die Zusammenarbeit und den Austausch auf den Gebieten Bildung, Wissenschaft und Technik, Jugendliche und Frauen, Sport sowie Gesundheitswesen umfasst. Der chinesisch-deutsche Austausch soll damit enorm gestärkt werden.

Das Bildungsministerium wird im Rahmen des Dialogs die Kooperation mit der deutschen Seite ausweiten und mehr Austauschplattformen für Schüler und Jugendliche aus beiden Ländern schaffen.

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