Beijing hat am Mittwoch erstmals eine Liste mit den Namen von korrupten Kadern veröffentlicht, die sich ins Ausland abgesetzt haben. Die internationale Fahndung ist ein weiterer wichtiger Schritt in Chinas Anti-Korruptionskampagne.

Auf der Liste, die von der Zentralen Disziplinkontrollkommission am Mittwoch veröffentlicht wurde, stehen die Namen von einhundert korrupten Beamten und Funktionären, die ins Ausland geflohen sind. Ebenfalls auf der Liste enthalten sind die Fotos sowie Visa- und Passnummern der flüchtigen Personen sowie deren Verbrechen und möglichen Aufenthaltsorte. Die Namensliste ist eine wichtige Voraussetzung für die internationale Fahndung nach diesen Gesetzesbrechern.
Die Regierung in Beijing hofft, dass durch die internationale polizeiliche Zusammenarbeit die gesuchten Personen nach China zurückgebracht und vor ein Gericht gestellt werden können. Laut Fu Kui, dem Leiter der Abteilung für internationale Zusammenarbeit bei der Zentralen Disziplinkommission, reichen die Daten auf der Namensliste bis ins Jahr 1996 zurück.
Nach Angaben der Kommission sind 40 korrupte Kader in die USA und 26 nach Kanada geflohen. Weitere beliebte Fluchtländer sind Neuseeland, Australien, Thailand und Singapur.
Ende März haben das Ministerium für öffentliche Sicherheit, die oberste Staatsanwaltschaft, die Zentralbank und die Organisationsabteilung beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei gemeinsam eine Sonderaktion namens „Tianwang“ (Himmelsnetz) gegen flüchtige Beamte ins Leben gerufen. Die am Mittwoch veröffentlichte Namensliste ist Teil dieser Sonderaktion.
Ein musikalischer Dialog zwischen China und den AlpenAlpenländische Zither trifft chinesische Guzheng. Das chinesisch-deutsche Musikerduo Xu Fengxia und Georg Glasl hat die beiden Volksinstrumente auf ihrem Konzert beim Beijing Modern Music Festival miteinander in Dialog treten lassen und dabei etwas ganz Neues geschaffen.