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Zwei-Kind-Politik: Welchen Familiennamen bekommt der Nachwuchs?

(CRI)
Freitag, 01. Dezember 2017
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Anders als in Deutschland ist es in China üblich, dass jeder Ehepartner nach der Heirat seinen Familiennamen behält. Doch die gemeinsamen Kinder erhalten in der Regel automatisch den Familienamen des Vaters, auch wenn es nach chinesischem Ehegesetz auch möglich ist, dass die Kinder den Namen der Mutter annehmen. Nun aber ändert sich mit der Einführung der Zwei-Kind-Politik langsam die Tradition. Immer mehr Leute finden es gut, wenn die Kinder den Nachnamen der Mutter tragen.

Einer Umfrage der „China Youth Daily" zufolge, wären 54,7 Prozent der 2.032 Befragten damit einverstanden, wenn ihr Nachwuchs den Nachnamen der Mutter bekäme.

Vor einigen Jahren war eine so hohe Akzeptanz bei dieser Frage in China noch unvorstellbar. Gemäß der chinesischen Tradition, haben nur Männer das Recht, die Sippe fortzuführen. Während der Ein-Kind-Politik kam es für die meisten erst recht nicht in Frage, dass das einzige Kind der Familie den Namen der Mutter trägt, auch wenn das chinesische Ehegesetz nichts dagegen einzuwenden hat. Nun aber ändert sich langsam die Tradition. Mit der Einführung der Zwei-Kind-Politik sind immer mehr Mütter und Väter in ihrer Entscheidung für den Nachnamen ihrer Kinder frei, insbesondere wenn es um den Nachnamen des zweiten Kindes geht.

Die Internetnutzerin „Luobotou" schrieb auf dem chinesischen Mikroblog Weibo, dass ihr erstes Kind den Namen ihres Mannes trägt, während ihr zweites Kind ihren Familiennamen bekommen wird. „So finde ich es ganz fair. Frauen widmen den Kindern so viel und sie haben es verdient."

„Im heutigen China sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Bei der Wahl der Nachnamen für Kinder soll es ebenfalls gleichberechtigt zugehen", kommentierte die Weibo-Userin „Xiaoxituier 369".

Der Weibo-User „Chihuyi" ist ebenfalls dafür, dass eines der Kinder den Namen der Mutter bekommt. „Ich und meine Frau sind beide Einzelkinder. Wenn wir zwei Kinder bekommen, finde ich es ganz logisch, dass ein Kind davon den Namen seiner Mutter trägt. Meine Schwiegereltern sind bestimmt sehr froh, wenn ihr Familienname auch weitergegeben wird."

Dass neue Ideen akzeptiert werden heißt jedoch nicht, dass sie auch in die Tat umgesetzt werden. Besonders in relativ rückständigen Gebieten der Volksrepublik herrschen bis heute noch Traditionen wie vor Tausenden von Jahren. So wurde beispielsweise 2014 eine Maßnahme zur Förderung der Gleichberechtigung im Kreis Changfeng der Provinz Anhui eingeführt. Familien, deren Kinder den Nachnamen der Mutter tragen, erhalten eine Belohnung von 1.000 Yuan RMB. Doch drei Jahre nach der Einführung dieser Maßnahme haben nur etwa 30 Familien so eine Belohnung erhalten. Es dauert eben lange, bis sich alte Traditionen verändern.

Den Nachnamen der Ehefrau an den Namen des Ehemannes anzuhängen und den Kindern einen Doppelnamen zu geben, liegt derzeit in China ebenfalls im Trend. Dadurch wird auf der einen Seite die Tradition respektiert und auf der anderen Seite die wichtige Rolle der Frau in der Familie hervorgehoben.

Text Hu Hao

Bild via Quanjing.com

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