Der Bezirk Tiexi in der nordostchinesischen Stadt Shenyang ist einer der wichtigsten Industriestandorte Chinas. Ähnlich wie viele andere traditionelle chinesische Industriestandorte hat Tiexi einen hohen ökologischen Preis für die schnelle Entwicklung gezahlt. Um diese Situation zu ändern, setzt sich der Bezirk seit einigen Jahrzehnten für eine Umwandlung des Wachstumsmodells ein. Aus der sogenannten „schwarzen Industrie" soll eine „grüne Industrie" werden.
2002 begann Tiexi, die alte industrielle Standortverteilung des Bezirks zu optimieren. 320 Unternehmen, die sich vor allem mit Anlagen- und Maschinenbau beschäftigten, wurden gleichzeitig in eine neu eingerichtete Entwicklungszone umgesiedelt. In der Altstadt wurde währenddessen die Entwicklung von modernen Dienstleistungsbranchen gefördert.
Nach über zehn Jahre anhaltenden Bemühungen bietet das heutige Tiexi bereits ein ganz anderes Bild. 2008 wurde der Bezirk sogar von der UN als lebenswerte Stadt ausgezeichnet. Doch Tiexi will noch mehr.
Im Mai 2015 wurde unter dem Titel „Blauhimmel-Aktion" ein Projekt zur weiteren Beseitigung der Luftverschmutzung ins Leben gerufen. Damit soll die Luftqualität des Bezirks bis 2017 an mindestens 240 Tagen im Jahr gut bis ausgezeichnet sein.
Angaben der Lokalregierung zufolge liegt der Schwerpunkt der „Blauhimmel-Aktion" in der Beseitigung von Abgasen durch Kohleverbrennung. So sollen alle mit Kohle betriebenen Heizkessel mit einer Verdampfungskapazität von weniger als 20 Tonnen pro Stunde durch umweltfreundlichere Gaskessel ausgetauscht werden. Auch Kessel mit einer Verdampfungskapazität von mehr als 20 Tonnen je Stunde müssen technisch umgestaltet werden, um den geplanten Umweltstandard zu erreichen. Jüngsten Statistiken zufolge wurden bisher bereits 33 Kohlekessel von 26 Unternehmen ausrangiert.