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Lis Afrika-Besuch: Worte wichtiger als Verträge

(German.people.cn)
Sonntag, 04. Mai 2014
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Chinas Premier Li Keqiang wird vom 4. bis 11. Mai Afrika besuchen. In Äthiopien, Nigeria, Angola und Kenia sollen nicht weniger als 60 Abkommen unterzeichnet werden. Eigentlicher Höhepunkt von Lis Afrika-Reise wird aber eine Rede in Addis Abeba sein.

Gegenüber afrikanischen Reportern sagte Li im Vorfeld seiner Reise, China sei bereit, “seine Vorteile voll zur Geltung zu bringen” und den Aufbau der Infrastruktur in Afrika “aktiv zu unterstützen”. China werde Afrika bei der Entwicklung seiner arbeitsintensiven herstellenden Industrie helfen. Auf diese Weise würden Jobs geschaffen und der Konsum angekurbelt. Der chinesische Premier versprach Afrika aber auch neue Investitionen, um finanzielle Engpässe überwinden zu können.

Laut Vizehandelsminister Zhang Xiangchen werden während dem Afrika-Besuch von Li Keqiang insgesamt rund 60 Kooperationsabkommen unterzeichnet werden. Bei den meisten Abkommen geht es um den Infrastrukturaufbau. Um welche Projekte es sich genau handelt, wollte Zhang jedoch nicht näher bekannt geben. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen die Landwirtschaft und die Versorgung mit Erdöl.

Seine achttägige Reise, die am Sonntag beginnt, wird Chinas Premier Li Keqiang nach Äthiopien, Nigeria, Angola und Kenia führen. Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wird dabei auch die Armutsbekämpfung ganz oben auf der Traktandenliste stehen. Die Volksrepublik werde Afrika bei der Ausbildung von Fachkräften helfen und die berufliche Ausbildung von jungen Afrikanern unterstützen. Aufrichtigkeit, Gleichheit und der gegenseitige Nutzen würden auch weiterhin die Konstanten der Zusammenarbeit zwischen China und Afrika bleiben, versprach Li.

Die Schwierigkeiten, mit denen Firmen von beiden Seiten gegenwärtig konfrontiert seien, bezeichnete Chinas Ministerpräsident als “Kinderkrankheiten”. Seine Regierung würde diese Probleme “sehr ernst” nehmen. Gleichzeitig mahnte Li aber auch zu Besonnenheit: “Bei den Problemen handelt es sich letzten Endes um Einzelfälle innerhalb der chinesisch-afrikanischen Zusammenarbeit. Anstatt diesen Problemen aus dem Weg zu gehen oder sie gar zu vertuschen, ist China bereit, mit den afrikanischen Ländern zusammenzusitzen und diese Probleme durch Gespräche auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt pragmatisch und effizient zu lösen.”

Die in Afrika tätigen chinesischen Unternehmen rief Li auf, sich streng an die örtlichen Gesetze zu halten und ihre Verantwortung gegenüber den Konsumenten sowie der Qualität der vertraglich vereinbarten Projekte und Produkte voll wahrzunehmen. Die chinesischen Unternehmen müssten sich ihrer Verantwortung gegenüber der lokalen Bevölkerung und Umwelt voll und ganz bewusst sein.

Dazu gehört laut Liu Hongwu, dem Leiter des Instituts für Afrikanistik an der Zhejiang Normal University, auch eine neue Investitionsstrategie. Chinesische Unternehmen müssten vermehrt in Industrien investieren, die Produkte mit Mehrwert herstellen, anstatt nur in den Export von Rohmaterialien. “Die Firmen müssen mehr Einheimische einstellen, ihren sozialen Pflichten gegenüber der Lokalbevölkerung nachkommen und mehr lokale Führungskräfte ausbilden”, meint Liu.

Das Handelsvolumen zwischen China und Afrika stieg im Jahr 2013 auf 210 Milliarden US-Dollar. Das ist zweitausend Mal mehr als noch im Jahr 1960.

China ist seit fünf Jahren Afrikas wichtigster Handelspartner. Die über 2.500 chinesischen Unternehmen, die momentan auf dem Schwarzen Kontinent tätig sind, beschäftigen mehr als 100.000 Einheimische. Auch die 1,4 Millionen Chinesen, die Afrika im vergangenen Jahr besuchten, brachten dem Kontinent wichtige Einnahmen. Gemäß dem Internationalen Währungsfonds trägt die Zusammenarbeit mit China über 20 Prozent zur Entwicklung von Afrika bei.

Der “China-Faktor” wird für die Entwicklung des afrikanischen Kontinents immer wichtiger. Es überrascht daher nicht weiter, dass Premier Li während seiner Afrika-Reise auch den Hauptsitz der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba besucht und dort eine Rede über die Zusammenarbeit zwischen China und Afrika halten wird. In Nigerias Hauptstadt Abuja wird Li zudem am Weltwirtschaftsforum für Afrika 2014 teilnehmen und sich dort über die sino-afrikanische Zusammenarbeit sowie über Chinas Unterstützung bei der Entwicklung von Afrika äußern.

Liu Guijin, Chinas ehemaliger Sonderbotschafter für Afrika, hält die beiden Reden von Li Keqiang - vor allem die erste vor der Afrikanischen Union - gar für noch wichtiger als alle Wirtschaftsabkommen, die während der Reise von Chinas Premier unterzeichnet werden sollen: “Addis Abeba ist zu einem gewissen Grad die politische und diplomatische Hauptstadt Afrikas. Dort eine Rede zu halten, ist, wie wenn man vor dem gesamten Kontinent einen Eid auf Chinas Afrika-Politik ablegen würde.”
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