Dienstag, 25. Februar 2014
Der chinesische Nobelpreisträger Mo Yan hat am Samstag die chinesische und türkische Regierung aufgerufen, sich stärker für die Übersetzung von mehr Werken einzusetzen, um zu versuchen, ein besseres Verständnis und die Freundschaft zwischen den Bürgern der beiden Länder zu steigern.

Der türkische Präsident Abdullah Gul (rechts) traf den chinesischen Nobelpreisträger Mo Yan am Freitag
Der chinesische Schriftsteller machte seine Äußerungen auf einer Pressekonferenz in Istanbul, wo er fünf Tage einer einwöchigen Reise als letzter Gast von "hundert chinesischen Intellektuellen" verbrachte, die von der türkischen Regierung eingeladen wurden. „Das Lesen von Büchern ist eine Art des tiefen Verständnisses der Bürger verschiedener Länder”, so Mo. “Das Hauptproblem zwischen den beiden Ländern im Bereich Literatur ist der Mangel an übersetzten Büchern.“
“Ich habe nur die Möglichkeit, die Bücher von Orhan Pamuk zu lesen, da er der einzige türkische Schriftsteller ist, dessen Bücher ins Chinesische übersetzt worden sind, und die türkischen Leser haben höchstwahrscheinlich nur meine Bücher gelesen“, so er weiter. Mo Yan besuchte Orhan Pamuk, den türkischen Literaturnobelpreisträger von 2006, am Freitagabend in seiner privaten Bibliothek. Die beiden Nobelpreisträger waren sich einig, mehr zur Beschleunigung der Übersetzungen literarischer Werke beider Länder beizutragen. “Ich bin sicher, dass Orhan Pamuk die Übersetzungsprojekte unterstützen wird. Ich möchte, dass mein Besuch in der Türkei ein Brechpunkt in diesem Zusammenhang ist“, so er.
Mo Yan sagte, er habe Erinnerungen und Material während seines Besuchs in der Türkei gesammelt, um all dies in seinem zukünftigen Buch zu nutzen. “Ich werde höchstwahrscheinlich den alten kulturellen Hauch der Hagia Sophia als Hauptort in meinem zukünftigen Buch verwenden.“ Er erklärte gegenüber der Presse, dass er sehr beeindruckt von der Atmosphäre der natürlichen und historischen Schönheit der Türkei sei. Die Hagia Sophia, erbaut 573, war während des Byzantinischen Reichs eine Kirche. Mit der Eroberung Istanbuls 1453 war sie in eine Moschee umgewandelt worden. Derzeit dient sie als Museum. “In jeder Ecke der Hagia Sophia kann man den Hauch der Menschen von damals spüren. Sie ist ein lebendes Dokument, das von der Vergangenheit übrig ist“, so er. Weiter sagte er, er würde gern jeden Kriegsgegenstand verwenden, den er im Militärmuseum von Harbiye gesehen hat. “Ich habe ein Buch, das von einem Krieg handelt. Ich bin sehr interessiert an den Gegenständen, die mit dem Krieg zu tun haben.“
Der türkische Präsident Abdullah Gul traf den chinesischen Nobelpreisträger Mo Yan am Freitag. Er lobte seinen großartigen Beitrag zur Weltliteratur. Ein Jahr lang war die Türkei Gastgeber von hundert chinesischen Intellektuellen, ein Projekt, das als eines der größten Projekte in der Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern angesehen wird. Das Projekt wurde im Rahmen des Türkischen Kulturjahres 2013 in China veranstaltet. Der türkische Projektkoordinator Rahmi Ozgirgin sagte: “Das Projekt hat die Tatsache aufgedeckt, dass die beiden alten Zivilisationen jede Menge Gemeinsamkeiten haben, und der Kulturaustausch ist die wichtigste Methode, Vorurteile zwischen den beiden Ländern abzubauen.“