24-09-2026
Am Dienstag unterbreitete China eine Reihe von Vorschlägen zur Vertiefung der weltweiten Kooperation im Bereich nachhaltiger Verkehr. Dazu zählen ein ständiger multilateraler Konsultationsmechanismus, eine internationale Allianz für grüne Schifffahrtskorridore und der Aufbau eines Netzwerks für die Betankung von Schiffen mit emissionsfreien Kraftstoffen.
Vorgestellt wurden die Maßnahmen von Shohrat Zakir, stellvertretendem Vorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses, bei der Eröffnung des Global Sustainable Transport Forum 2026 in Beijing. Zu dem vom Verkehrsministerium ausgerichteten zweitägigen Forum kamen fast 800 Teilnehmer aus Regierungen, internationalen Organisationen und Unternehmen zusammen.
Zakir erklärte, geopolitische Konflikte, Störungen wichtiger Seewege sowie wachsender Druck auf internationale Logistik und Lieferketten machten eine engere globale Zusammenarbeit im Verkehr immer dringender. China sei zudem bereit, seine Erfahrungen bei der Anwendung künstlicher Intelligenz im Verkehrswesen zu teilen und mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um Logistiknetze widerstandsfähiger zu gestalten.
Der chinesische Verkehrsminister Liu Wei skizzierte später, welche Fortschritte das Land in den vergangenen fünf Jahren erzielt hat und wo die Schwerpunkte künftiger Zusammenarbeit liegen.
Jeden Tag werden auf chinesischen Verkehrsnetzen rund 180 Millionen Personenfahrten unternommen; mehr als 90 Prozent der Bevölkerung können innerhalb einer Stunde einen Hochgeschwindigkeitsbahnhof, eine Autobahn oder einen Flughafen erreichen, so Liu.
Nach Angaben von Nurlybek Nalibayev, dem ersten stellvertretenden Premierminister Kasachstans, nahm der Schienengüterverkehr zwischen Kasachstan und China im ersten Halbjahr 2026 um 8,3 Prozent zu, während Kasachstans Exporte über die Bahn nach China um mehr als 18 Prozent zulegten.
Wie Zou Jiayi, Präsidentin der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank, erklärte, habe die Bank im vergangenen Jahrzehnt mehr als 18 Milliarden US-Dollar für Verkehrsprojekte bewilligt. Mit den bis 2025 genehmigten Vorhaben würden mehr als 52.800 Kilometer Straßen und Schienenwege errichtet, modernisiert oder instand gehalten. Dies verbessere die Verkehrssituation für rund 418 Millionen Menschen.
„Verkehrskorridore können nicht an nationalen Grenzen enden“, so Zou. Häfen, Bahnstrecken, Straßen und Logistikplattformen schafften einen größeren Nutzen, wenn ihre Standards und Systeme zusammenwirkten.
Nach den Worten von Angolas Verkehrsminister Ricardo Viegas D'Abreu geht sein Land vom Wiederaufbau einzelner Verkehrsanlagen zur Entwicklung eines integrierten multimodalen Netzes über, das Süd- und Zentralafrika mit den globalen Märkten verbindet.
Gleichzeitig verwiesen mehrere Redner auf die Kosten und die Komplexität der grünen Transformation.
Laut Singapurs Verkehrsminister Jeffrey Siow erfordere emissionsärmere Luft- und Schifffahrt nicht nur neue Kraftstoffe, sondern auch gemeinsame Standards, entsprechende Infrastruktur und wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle.
Für Inselstaaten stellt sich die Herausforderung noch drängender.
Die Verkehrsministerin der Seychellen, Veronique Laporte, berichtete, rund 95 Prozent der im Inselstaat konsumierten Waren würden importiert, während das Land jährlich rund 400.000 Touristen empfange, in etwa das Vierfache der Bevölkerungszahl des Landes. Würden die Luft- oder Seeverbindungen unterbrochen, besitze das Land keinen Landweg als Alternative.