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Deutsche Unternehmen weiten Investitionen in China angesichts des wachsenden Marktes aus

(German.people.cn)  Montag, 21. September 2026

  

Deutsche Firmen erhöhen ihre Investitionen und bauen ihre Produktion in China aus, um den wachsenden Markt und die neuen Chancen im Land zu erschließen.

Die Weiss Group, ein deutscher „Hidden Champion“, der auf mechanische, mechatronische und digitale Lösungen spezialisiert ist, hat ihren ersten chinesischen Produktionsstandort in Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong eröffnet.

Mit einem Investitionsvolumen von 10 Millionen US-Dollar wird das Projekt zum Hauptsitz der Unternehmensgruppe in China für Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Handel. In seiner ersten Phase soll der Betrieb einen Jahresumsatz von etwa 60 Millionen Yuan (rund 7,8 Millionen Euro) erwirtschaften und ein jährliches Ein- und Ausfuhrvolumen von ca. 35 Millionen Yuan erreichen.

Das Projekt in Qingdao steht exemplarisch für eine wachsende Zahl deutscher Unternehmen, die ihr Engagement in China ausbauen, wobei sich die Investitionen zunehmend von der Produktion auf lokale Forschung, Entwicklung und Lieferketten ausweiten.

Der deutsche Automobilzulieferer ZF, ein Fortune-Global-500-Unternehmen, hat im April sein hochentwickeltes Fahrassistenzsystem an Kunden in China ausgeliefert und damit einen weiteren Schritt seiner Strategie „In China, für China“ umgesetzt.

Das Unternehmen ist seit 1996 in Shandong tätig und unterhält Standorte in Jinan, Qingdao, Rizhao und Weihai.

Laut Qian Xinmin, Geschäftsführer von ZF Commercial Vehicle Systems (Qingdao) Co., Ltd., wurden dieses Jahr drei von vier neuen Fertigungslinien im Werk Qingdao in Betrieb genommen; die vierte befinde sich im Testbetrieb und werde voraussichtlich bis Jahresende starten.

Das Unternehmen erwäge außerdem Investitionen in Magnetventile und Sensoren der nächsten Generation, so Qian.

„80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir auf dem chinesischen Markt; für dieses Jahr rechnen wir mit einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent. Die Aussichten sind sehr vielversprechend“, erklärt er.

Das Beispiel von LOGOMAT Automation (Qingdao) Co., Ltd. steht für einen breiteren Wandel: Deutsche Unternehmen in China gehen vom Import und der Montage von Produkten zur lokalen Produktion und zunehmend zur Belieferung globaler Märkte über.

Angesichts des schärferen Wettbewerbs in der Automobilindustrie behaupte der deutsche Hersteller industrieller automatisierter Förderanlagen seine Wettbewerbsfähigkeit durch lokale Forschung und Entwicklung sowie Kostensenkungen. Gleichzeitig expandiere das Unternehmen in neue Geschäftsfelder in China wie Embodied Robotics, Energiespeichersysteme und Feststoff-Brennstoffzellen, legt Geschäftsführer David Huemmerich dar.

Seit seiner Errichtung ihres Werks in Qingdao 2019 hat sich die Firma fest in das globale Produktionsnetzwerk von LOGOMAT integriert.

„Wir bedienen nicht nur den chinesischen Markt, sondern können unsere Produkte auch nach Europa und Amerika liefern“, so Huemmerich.

Auch andere deutsche Firmen in ganz China weiten wie LOGOMAT ihre Aktivitäten aus.

Im März ging der BASF-Verbundstandort in der südchinesischen Provinz Guangdong vollständig in Betrieb. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 8,7 Milliarden Euro ist es das größte Einzelprojekt eines deutschen Unternehmens in China, das sich vollständig in ausländischem Besitz befindet.

In Nordostchina hat BMW seit 2010 mehr als 120 Milliarden Yuan in sein Werk in Shenyang investiert.

Henkel, seit 55 Jahren in China präsent, investiert weiterhin in Projekte wie ein Innovationszentrum in Shanghai und einen Produktionsstandort in Yantai in der Provinz Shandong.

Dieser Trend schlägt sich auch in den Investitionsplänen deutscher Unternehmen nieder. Laut einer Erhebung der Deutschen Handelskammer in China beabsichtigten 61 Prozent der befragten deutschen Firmen, ihre China-Investitionen in den kommenden zwei Jahren zu erhöhen – so viele wie seit 2023 nicht mehr.

Die große Gruppe der deutschen „Hidden Champions“, von denen viele kleine und mittlere Unternehmen sind, die sich auf Nischenmärkte spezialisiert haben, zeigt Brancheninsidern zufolge besonders hohes Interesse am wachsenden Markt und der technologischen Entwicklung Chinas.

Der Trend zu mehr Investitionen kommt zu einem Zeitpunkt, da China seine institutionelle Öffnung vorantreibt und die Rahmenbedingungen für ausländische Investitionen verbessert.

Im Juni legte Chinas Handelsministerium gemeinsam mit weiteren Regierungsstellen einen Aktionsplan vor, der 15 Maßnahmen zur Stabilisierung und besseren Nutzung ausländischer Investitionen aufführt.

Der Plan sieht einen breiteren Marktzugang im Dienstleistungssektor, die Förderung der Initiative „Invest China“ und Bemühungen vor, den Bedenken ausländisch finanzierter Unternehmen hinsichtlich ihrer gleichberechtigten Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen und fairen Zugangs zu Geschäftsmöglichkeiten zu begegnen.

Nach Angaben der Staatlichen Marktaufsichtsbehörde wurden in China im ersten Halbjahr 2026 35.000 neue Unternehmen mit ausländischem Kapital gegründet, was einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Gesonderte Daten des Handelsministeriums zeigen, dass fast 4.800 ausländisch finanzierte Unternehmen in der ersten Jahreshälfte ihre China-Investitionen aufstockten, während die ausländischen Direktinvestitionen in Hightech-Branchen im Vorjahresvergleich um 33,2 Prozent zulegten.

Michael Kern, Geschäftsführer der Abteilung für Ostchina in der Deutschen Handelskammer in China, erklärte bei der Eröffnungsfeier des Weiss-Projekts, die Investition sei nicht nur eine Entscheidung für ein Investment, sondern auch ein Vertrauensbeweis in China und in die Möglichkeiten, die sich aus der Kombination von deutscher Ingenieurskunst und Technologie mit der wirtschaftlichen Dynamik Chinas ergäben.

„Das Verhältnis zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen verändert sich“, so Kern. Es gehe längst nicht mehr nur darum, deutsche Produkte nach China zu bringen, sondern immer mehr um gemeinsame Forschung und Entwicklung, gemeinsames Wachstum und ebenso Vorteile für andere Märkte auf der ganzen Welt.

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