07-09-2026
China hat offiziell ein wissenschaftliches Programm zum Aufbau einer Satellitenkonstellation im Raum zwischen Erde und Mond in Zusammenarbeit mit mehreren Ländern gestartet und schließt damit Lücken in der systematischen Beobachtung der Region.
Laut Experten, die an der International Deep Space Exploration Conference 2026 teilnahmen, die von Donnerstag bis Freitag in Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui, stattfand, wird das Programm Cislunar CubeSat Constellation (C3) Wissenschaftlern und Institutionen weltweit offen stehen. Es wird Entwicklungsländern die Möglichkeit bieten, an Missionen zur Erforschung des Weltraums teilzunehmen.
Der cislunare Raum erstreckt sich von niedrigen Erdumlaufbahnen bis etwa 2 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Er stellt eine neue Grenze für die Ausweitung menschlicher Aktivitäten dar und wird ein wichtiger Einsatzbereich für künftige bemannte Mondmissionen und den Bau von Mondforschungsstationen sein.
Das menschliche Verständnis dieser Region beruhte lange Zeit hauptsächlich auf isolierten, punktuellen Beobachtungen, was zu Lücken in der räumlichen und zeitlichen Abdeckung und unzureichenden Daten aus Schlüsselgebieten geführt hat. Ein systematisches und kontinuierliches Beobachtungsnetzwerk ist laut Experten daher dringend erforderlich.
Laut Hu Zhaobin, stellvertretendem Vorsitzenden der International Deep Space Exploration Association (IDSEA), werden 30 CubeSats, von denen jeder nicht mehr als 30 Kilogramm wiegt, eine Konstellation zur Überwachung der Weltraumumgebung und zur Erkennung von Gammablitzen bilden. Alle Satelliten sollen vor 2030 gestartet werden und zum Einsatz kommen.
Durch synchronisierte Beobachtungen von mehreren Satelliten und mehreren Standorten wird die Konstellation es ermöglichen, die Entwicklung von Wettereignissen im Weltraum umfassend zu verfolgen. Für Gammablitze wird sie eine Positionierungsgenauigkeit von weniger als einer Bogensekunde erreichen.
Sobald das Projekt abgeschlossen ist, wird aus der cislunaren Erkundung mit zeitweisen, punktuellen Beobachtungen eine vernetzte und kontinuierliche Überwachung werden. Damit wird es wichtige Datenunterstützung für die Sicherheit bei bemannten Mondlandungen und der wissenschaftlichen Forschung in Grenzbereichen in der cislunaren Weltraumumgebung liefern.
„Wir freuen uns darauf, mit Partnern auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um die Grenzen des menschlichen Wissens über den Weltraum zu erweitern“, sagte Hu.
Die Initiative wurde gemeinsam vom Deep Space Exploration Laboratory (DSEL) und IDSEA mit Unterstützung der Asia-Pacific Space Cooperation Organization ins Leben gerufen.
Das Programm wird auch technische Schulungen anbieten und einheitliche Schnittstellenstandards festlegen, um es Entwicklungsländern zu ermöglichen, sich stärker an der Erforschung des Weltraums zu beteiligen.
Forschungseinrichtungen aus Ländern wie Thailand, Serbien, Ägypten, Senegal und Indonesien haben sich der Initiative bereits angeschlossen.
Die erste Phase der technischen Entwicklung hat bereits begonnen. Die Entwürfe für die Satelliten, Nutzlasten, Tracking- und Kontrollsysteme und andere wichtige Komponenten stehen kurz vor dem Abschluss.
Das DSEL wurde im Februar 2022 offiziell eingeweiht und seitdem Partnerschaften mit mehr als 60 internationalen Forschungseinrichtungen aufgebaut.
Im Juli 2025 schlugen das Labor und mehrere andere Institutionen gemeinsam die Gründung von IDSEA vor, der ersten in China ansässigen internationalen akademischen Organisation für die Erforschung des Weltraums.