17-07-2026
China geht mit einem neuen Aktionsplan gegen die Verschmutzung von Bächen, Teichen und Wassergräben vor, womit sich die Behörden künftig stärker auf kleinere Gewässer konzentrieren, die das tägliche Leben der Menschen direkt betreffen.
Der von sechs Ministerien, einschließlich des Ministeriums für Ökologie und Umwelt, verabschiedete Plan sieht für das Jahr 2030 folgende Ziele vor: 1. Überprüfung und Beseitigung von Verschmutzungen in Industrieparks auf Provinzebene weitgehend abschließen; 2. stark verschmutzte und stinkende Gewässer in den Kreisen und Gemeinden beseitigen; 3. die unmittelbaren Auswirkungen der Viehwirtschaft auf Gewässer in bestimmten Schlüsselregionen eindämmen.
Im Mittelpunkt stehen Gewässer „vor der Haustür“ der Menschen wie kleinere Nebenflüsse, Teiche, Gräben und Kanäle, die sich in direkter Nähe zu Wohngebieten befinden und den Bewohnern zur Trinkwasserversorgung, Bewässerung, zum Angeln oder der Erholung dienen.
Die Initiative fällt in eine Zeit, in der die großen chinesischen Flüsse erhebliche Fortschritte verzeichnen, wie aus einer Pressemitteilung der Abteilung für Wasserökologie und Umwelt des Ministeriums hervorgeht.
Demnach erreichten 2025 landesweit 91,4 Prozent der Oberflächengewässer die Qualitätsstufen I bis III, acht Prozentpunkte mehr als zu Beginn des 14. Fünfjahresplans 2021. Der Jangtse halte in seinem Hauptlauf bereits das sechste Jahr in Folge die Wasserqualität auf Stufe II, der Gelbe Fluss seit vier Jahren. Dennoch sei die Verschmutzung kleinerer Nebenflüsse und Teiche zu einer immer offensichtlicheren Bedrohung für umliegende Gemeinden geworden.
Der Aktionsplan umfasst fünf große Schwerpunkte: 1. Bekämpfung der Wasserverschmutzung in Industrieparks; 2. Beseitigung stark verschmutzter und stinkender Gewässer in Kreisen und Gemeinden; 3. Behandlung von Abfällen aus der Viehwirtschaft; 4. Schutz von Flüssen und Stauseen in ländlichen Regionen; 5. Sanierung von Kleingewässern wie Teichen und Gräben.
Im Rahmen der Maßnahmen bei Industrieparks wollen die Behörden umfassende Kontrollen und Sanierungen durchführen. Der Fokus liegt hier auf dem Bau und der Wartung von Infrastruktur, der Kontrolle des Sammelns und Einleitens von Industrieabwässern sowie auf der Vermeidung von Umweltrisiken für Gewässer.
Mit diesen Bemühungen gehen die Modernisierung technischer Anlagen sowie die Vereinheitlichung von Verfahren zur Abwasserbehandlung einher. Außerdem soll die Überwachung von Industriebetrieben und -parks in der Nähe von Trinkwasserquellen und Ackerflächen verstärkt werden, um übermäßige Einleitungen und illegale Entsorgung von Abwässern zu verhindern, sowie versteckte Lecks in Rohrleitungen aufzuspüren, die Gewässer in der Nähe von Wohngebieten verunreinigen.