26-10-2026
Die Verknüpfung digitaler Technologien mit grüner Finanzierung in China eröffne neue Möglichkeiten für die internationale Zusammenarbeit beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, wie die Teilnehmer der Jahreskonferenz des Financial Street Forum 2026 in Beijing erklärten.
Unter dem Motto „Aufbau eines offenen, kooperativen und inklusiven Umfelds für die globale Finanzentwicklung“ ging die viertägige Veranstaltung am Donnerstag zu Ende. Sie brachte Teilnehmer aus dem In- und Ausland sowohl online als auch vor Ort zusammen, um über finanzielle Zusammenarbeit und Entwicklung angesichts globaler wirtschaftlicher Herausforderungen zu diskutieren.
„In den letzten Jahren hat sich Chinas Markt für grüne Finanzierungen um ein Vielfaches vergrößert“, erklärte Ma Jun, Präsident des Institute of Finance and Sustainability in Beijing. „Die Verknüpfung von digitaler und grüner Finanzwirtschaft hat zahlreiche Wachstumschancen eröffnet und dazu beigetragen, grenzüberschreitende Investitionen anzukurbeln.“
Dieses Wachstum findet international Anerkennung. „China hat die Luftqualität durch den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft und die Schaffung einer umweltfreundlichen Gesellschaft verbessert“, so Yaseen Anwar, ehemaliger Leiter der Staatsbank von Pakistan, auf einem parallel stattfindenden Forum.
Er ergänzte, dass die installierte Leistung der Wind- und Solarenergieanlagen des Landes weiter zunehme, während umweltfreundliche Produkte wie Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (New Energy Vehicles, NEVs) weltweit führend seien.
Aus vom Ministerium für Ökologie und Umwelt veröffentlichten Daten geht hervor, dass die installierte Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr dieses Jahres 2,455 Terawatt erreichte, was 60,7 Prozent der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität des Landes entspricht. Seit elf Jahren in Folge belegt China sowohl bei der Produktion als auch beim Absatz von NEVs weltweit den ersten Platz.
In den letzten Jahren hat China durch den Einsatz von Technologien wie Big Data, Blockchain und KI die Steuerung der grünen Finanzwirtschaft verbessert, Industriestrukturen modernisiert und die Umwelt ökologisch aufgewertet. Dadurch hat das Land umfangreiche Möglichkeiten für globale grüne Investitionen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft geschaffen.
Die Bank of China hat im Rahmen der „Belt and Road“-Initiative grüne Anleihen ausgegeben, um bedeutende grüne Projekte wie große Photovoltaikanlagen in Partnerländern zu unterstützen. Diese Projekte sollen lokalen Gemeinden eine langfristige und stabile Versorgung mit sauberer, erneuerbarer Energie sichern.
Der CO₂-Markt ist ein wichtiges politisches Instrument, um dem Klimawandel durch Marktmechanismen entgegenzuwirken und eine umfassende grüne Transformation im Rahmen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung voranzutreiben.
Nach Angaben des Ministeriums für Ökologie und Umwelt hat das kumulierte Handelsvolumen mit CO₂-Emissionszertifikaten auf dem nationalen CO₂-Markt Chinas die Marke von einer Milliarde Tonnen überschritten. Chinas Erfahrungen beim Aufbau seines CO₂-Markts können auch anderen Ländern als Orientierung dienen.
„Chinas Verpflichtungen zur Senkung der CO₂-Emissionen und die Entwicklung seines CO₂-Markts haben einen enormen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz geleistet“, stellte Charles Bowman, Co-Vorsitzender der britisch-chinesischen Arbeitsgruppe für grüne Finanzierungen, fest. „Die Zusammenarbeit zwischen China und dem Vereinigten Königreich im Bereich der grünen Finanzwirtschaft hat den wirtschaftlichen Wandel, den Schutz der biologischen Vielfalt und die nachhaltige Entwicklung in beiden Ländern gefördert.“
Eine solche Form der Zusammenarbeit umfasst auch die Partner der „Belt and Road“-Initiative. Viele von ihnen setzen aktiv umweltfreundliche und nachhaltige Maßnahmen um und mobilisieren gleichzeitig Kapital. „China hat maßgeschneiderte Dienstleistungen für verschiedene Regionen entwickelt. Dazu gehören die Förderung des Einsatzes grüner Finanzinstrumente und der Marktentwicklung, die Durchführung eingehender Untersuchungen zu grünen politischen Maßnahmen sowie die Weiterentwicklung von CO₂-Marktmechanismen“, erläuterte Cheng Lin, Leiter des Beijinger Büros des Secretariat for the Green Investment Principles for the Belt and Road.
Experten wiesen auf der Konferenz darauf hin, dass digitale und intelligente Technologien den Finanzsektor in den letzten Jahren tiefgreifend verändert hätten und dass der Einsatz solcher Technologien zur Stärkung grüner Finanzierungen ein wichtiger Weg zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung sei.
„Digitale und intelligente Technologien können einen wichtigen Beitrag zu grüner Finanzierung leisten, indem sie Engpässe bei der Datenerhebung und -analyse sowie bei der Risikoüberwachung und -bewertung beseitigen“, erklärte Zhang Bei, stellvertretender Leiter des Forschungsbüros der People's Bank of China.
Da Extremwetterereignisse immer häufiger auftreten, könnten Technologien wie geografische Informationssysteme, satellitengestützte Fernerkundung und große Sprachmodelle dabei helfen, genauer zu beurteilen, wie verschiedene Regionen und Bevölkerungsgruppen mit den Folgen des Klimawandels umgehen, Prioritäten für die Anpassung zu ermitteln und Finanzmittel gezielt in die Gebiete mit dem größten Bedarf zu lenken, so Zhang.
Die zunehmende Bedeutung digitaler Technologien in Chinas grüner Finanzwirtschaft dürfte immer mehr internationalen Partnern bei ihren Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung zugutekommen.
Mari Elka Pangestu, stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats Indonesiens, betonte, China sei ein Vorreiter bei sauberen Technologien. Sie äußerte die Hoffnung, die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern über Kapitalinvestitionen hinaus durch die Gründung weiterer Joint Ventures, den Ausbau der lokalen Produktion und einen verstärkten Technologietransfer zu vertiefen.
Chinas 15. Fünfjahresplan (2026–2030) sieht vor, das Angebot an grünen Finanzprodukten und -dienstleistungen auszuweiten und höhere Investitionen in eine grüne und kohlenstoffarme Entwicklung zu fördern.