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China errichtet landesweit Zentren für grünen Wasserstoff

(German.people.cn)  Mittwoch, 14. Oktober 2026

  

Jahrzehntelang versorgten die windgepeitschten Steppen der Inneren Mongolei Chinas Schwerindustrie mit Kohle. Nun wird in derselben Region grüner Wasserstoff aus Wind- und Sonnenenergie gewonnen. Damit vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel, während sich Chinas Wasserstoffsektor von Pilotprojekten hin zur kommerziellen Nutzung entwickelt, mit Anlagen, die sich von der Bergbauregion um die Stadt Baotou bis zur Technologiemetropole Shenzhen an der Küste erstrecken und den globalen Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft vorantreiben.

Die Initiative erhält seit Ende 2025 erhebliche politische Unterstützung, als die Nationale Energiebehörde die erste Reihe von Wasserstoff-Pilotprojekten im Energiesektor vorstellte, die neun Regionen und 41 Vorhaben umfassen. Einer der wichtigsten Standorte ist dabei Baotou in der Autonomen Region Innere Mongolei im Norden Chinas.

Gestützt auf reichlich vorhandene Wind- und Sonnenenergie sowie eine starke industrielle Basis baut die Stadt eine integrierte Wasserstoff-Wertschöpfungskette auf, die die Erzeugung, Speicherung und den Transport von grünem Wasserstoff sowie vielfältige Anwendungsbereiche umfasst.

Fast 20 führende Unternehmen der Branche haben sich in Baotou niedergelassen und tragen zur Entwicklung mehrerer Vorzeigeprojekte in der Wasserstoffwirtschaft bei. Darunter befindet sich ein von einer Wasserstoff-Tochtergesellschaft von China Huadian betriebenes Demonstrationsprojekt für erneuerbar produzierten Wasserstoff mit einer Leistung von 200 MW, das jährlich 7.800 Tonnen grünen Wasserstoff herstellt. Darüber hinaus wird derzeit eine 195 Kilometer lange Wasserstoffpipeline gebaut, die Bayan Obo mit der Innenstadt von Baotou verbindet.

Was die praktische Anwendung betrifft, so sind wasserstoffbetriebene Schwerlast-Lkw bereits in Bergbaugebieten im Einsatz, während wasserstoffbetriebene Busse auf städtischen Linien Baotous verkehren.

Im Mai wurde ein von einem lokalen Unternehmen entwickeltes, wasserstoffbetriebenes Zweirad für den öffentlichen Einsatz in der Stadt vorgestellt. Die erste Serie umfasst 1.000 Fahrzeuge, die für öffentliche Nutzung und Dienstleistungen vorgesehen sind. Das Projekt zielt darauf ab, den Einsatz von Festkörper-Wasserstoffspeichern im zivilen Verkehr auszuweiten.

Die Initiative in Baotou ist Ausdruck umfassenderer Bemühungen in der Inneren Mongolei, Wasserstoff als Hebel für die Energiewende zu nutzen. Im Jahr 2025 erreichte die Produktion von grünem Wasserstoff in der Region 12.694 Tonnen, was einem Anstieg um das 3,6-Fache gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Bislang wurden acht Projekte zur Erzeugung von grünem Wasserstoff abgeschlossen, wodurch die Region mit einer jährlichen Produktionskapazität von 80.000 Tonnen zur Spitzengruppe innerhalb Chinas zählt.

Eine ähnliche Dynamik ist auch in anderen Landesteilen zu beobachten. In der nordchinesischen Provinz Shanxi baut die Stadt Lüliang eine vollständige Wertschöpfungskette für Wasserstoff auf, die von der Produktion bis zur Endnutzung reicht. Die Stadt verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 135.000 Tonnen Wasserstoff, hat 14 Tankstellen mit einer Tageskapazität von mehr als 30 Tonnen errichtet und 1.315 Brennstoffzellenfahrzeuge in Betrieb genommen.

Die Stadt Shenzhen im Süden Chinas gilt unterdessen als nationaler Vorreiter auf diesem Gebiet und beherbergt fast 200 Unternehmen, die in der Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche tätig sind. Die lokale Industrie, die die Produktion, Speicherung und den Transport von Wasserstoff, das Betanken von Fahrzeugen, Brennstoffzellen, die Systemintegration sowie Endanwendungen umfasst, hat ein Volumen von über 50 Milliarden Yuan (etwa 6,7 Milliarden Euro) erreicht, wobei der Anteil von Brennstoffzellenfahrzeugen hier höher als in jeder anderen chinesischen Stadt ist.

Diese regionalen Entwicklungen sind Ausdruck eines landesweiten Ausbaus der Wasserstoffwirtschaft. Laut einem Bericht der Nationalen Energiebehörde überschritt Chinas Wasserstoffproduktion im Jahr 2025 die Marke von 39 Millionen Tonnen, was das anhaltende Wachstum der Branche verdeutlicht. Somit bleibt das Land sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrauch von Wasserstoff weltweit führend.

Auch die Demonstrationsprojekte in verschiedenen Anwendungsbereichen schreiten zügig voran. Im Verkehr werden derzeit aktiv Anwendungen im Schwerlast-Fernverkehr sowie im Flugbetrieb in niedrigen Höhen getestet. 2025 wurden fast 8.000 Brennstoffzellenfahrzeuge in Betrieb genommen, mehr als 10 wasserstoffbetriebene Schiffe in Dienst gestellt und über 30 wasserstoffbetriebene Drohnen gelangten auf den Markt oder durchliefen Testflüge.

China hat zudem fünf städtische Cluster für umfassende Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff genehmigt, die sich über mehrere Regionen erstrecken – ein Schritt, der im Einklang mit dem 15. Fünfjahresplan zum Aufbau eines neuen Energiesystems steht, der eine koordinierte Entwicklung entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette vorsieht.

„Chinas Kapazitäten für die Erzeugung grünen Wasserstoffs machen mittlerweile mehr als die Hälfte der weltweiten Gesamtkapazität aus, und die Wasserstoffindustrie entwickelt sich von Demonstrationsanwendungen hin zu einem groß angelegten Ausbau“, erklärt Zhang Lin, ein hochrangiger Vertreter des China Electricity Council.

Er fügt hinzu, dass die nächsten fünf Jahre für den chinesischen Wasserstoffsektor entscheidend seien, um den Übergang zu einem marktorientierten Wachstum zu vollziehen. Durch den Aufbau einer vollständigen Wertschöpfungskette, die Produktion, Speicherung, Transport und Nutzung umfasse, entstünden große Chancen für den ökologischen Wandel des Landes und ein Markt im Wert von mehreren Billionen Yuan.

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