08-09-2026
Die als „Kornkammer“ Chinas bekannte Provinz Heilongjiang, ein bedeutender Produzent von Reis und Sojabohnen, nutzt ihre fruchtbaren Schwarzerdeböden und die Ressourcen der kalten Region, um spezialisierte Industriezweige wie die Rinder- und Gänsezucht voranzubringen.
Der Landkreis Sunwu errichtet derzeit eine große Zuchtanlage für Angus-Rinder. Laut Wu Xiaoyun, Markendirektor der Heizun Beef (Heilongjiang) Industry Management Group, sind in diesem Jahr über 4.000 aus Australien importierte Angus-Zuchtrinder auf der Ranch eingetroffen, wobei jedes Tier zur Rückverfolgbarkeit und für die Zucht mit einer Markierung versehen wurde. Bereits 2016 hatte das Unternehmen erstmals rund 3.000 reinrassige Angus-Rinder aus Australien eingeführt.
Spezialprodukte aus Heilongjiang gelangen in vielfältiger Form auf die internationalen Märkte. Die Shengchang Seed Breeding Co., Ltd. in Suihua hat in diesem Jahr ihre verschiedenen Reissorten auf über 666.000 Hektar in der gesamten Provinz ausgesät und den Reis in die russische Region Amur, in die Mongolei und nach Laos verkauft. In der Stadt Bei’an werden lokal produzierte Sojabohnen für den Export verarbeitet, während die Gänseindustrie ihre Geschäftstätigkeit von der Aufzucht der Tiere auf die Verarbeitung ihrer Federn für Badminton-Bälle ausgedehnt hat. Die jährliche Produktionskapazität erreicht mittlerweile 6 Millionen Bälle, von denen ein Teil nach Südkorea exportiert wird.
Nach Angaben der Zollbehörde von Harbin belief sich der Außenhandel der Provinz Heilongjiang im ersten Halbjahr 2026 auf 171,24 Milliarden Yuan (etwa 22 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht und einen neuen Rekord darstellt. Die Provinzregierung hat dazu aufgerufen, den Export lokaler Produkte auszuweiten, um deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Im grenzüberschreitenden Handelszentrum der Pilot-Freihandelszone Heihe werden russische Sojabohnen, Hafer und Süßwaren über die Landesgrenze hinweg gehandelt. Das Volumen des grenzüberschreitenden Handels in der Stadt Heihe stieg in der ersten Jahreshälfte 2026 auf rund 229 Millionen Yuan (etwa 29,4 Millionen Euro) an.
Derzeit entsteht zudem eine Seilbahn, die über die russisch-chinesische Grenze führt und voraussichtlich bis Ende des Jahres in den Probebetrieb gehen wird. Damit erhalten die Menschen ein neues Verkehrsmittel, um sich zwischen den beiden Ländern zu bewegen.