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China baut Insektenradarnetzwerk für frühzeitige Warnungen vor Pflanzenschädlingen aus

(German.people.cn)  Dienstag, 01. September 2026

  

China baut ein Netzwerk von Radarsystemen zum Aufspüren von Insekten aus, mit dem wandernde Pflanzenschädlinge erkannt werden sollen, bevor sie landwirtschaftliche Flächen erreichen, sodass Landwirte mehr Zeit haben, wichtige Getreidekulturen zu schützen.


Eine Landwirtschaftsdrohne bringt am 29. August 2026 während der Spätsaison Dünger auf einem Reisfeld im Kreis Xianju in Taizhou, Provinz Zhejiang, Ostchina, aus. (Foto: VCG)

In der ostchinesischen Provinz Zhejiang, einem wichtigen Wanderungskorridor für Insekten zwischen den nördlichen und südlichen Reisanbaugebieten, steht neben einem Reisfeld eine Radarstation. Das System kann winzige Insekten erkennen, die durch die Luft fliegen, und Informationen wie Größe und Gewicht der Tiere erfassen.

Zu den Schädlingen, die überwacht werden, gehört die Reiszikade, ein wanderndes Insekt, das etwa 1 Milligramm wiegt und nur wenige Millimeter lang ist. Sie schädigt Reispflanzen, indem sie deren Stängel durchsticht und den Pflanzensaft aussaugt.

Im Rahmen einer Vorführung platzierten Techniker mithilfe einer Drohne eine einzelne Reiszikade in einer Entfernung von etwa 300 Metern vom Radar. Kurz darauf zeigte das System die Messwerte für Länge, Breite und Gewicht des Insekts an.

Trotz ihrer geringen Größe können wandernde Schädlinge erhebliche Ernteausfälle verursachen. Von den elf Schädlingen, die in China als landwirtschaftliche Schädlinge ersten Ranges eingestuft sind, können acht mit saisonalen Winden mitreisen und so über Nacht mehr als 100 Kilometer zurücklegen.

Nach Angaben des National Agro-Tech Extension and Service Center befielen diese acht Schädlinge zwischen 2021 und 2024 jährlich durchschnittlich 83 Millionen Hektar Getreideanbaufläche und waren damit für 40 Prozent aller durch Schädlinge verursachten Schäden an Reis, Weizen und Mais in China verantwortlich.

Wu Kongming, Mitglied der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften, erklärt, ein einziges ausgewachsenes Exemplar eines wandernden Schädlings könne mehr als 1.000 Nachkommen hervorbringen, wodurch sich der Befall rasch ausbreiten könne.

Dieses Risiko hat sich in diesem Sommer besonders deutlich gezeigt. Die Randwinde der jüngsten Taifune haben die Ausbreitung der Schädlinge in Teile Ostchinas beschleunigt, während die hohe Luftfeuchtigkeit die Vermehrung der Reiszikade besonders begünstigte.

In der zentralchinesischen Provinz Hubei berichtet der Reisbauer Sheng Yunxiong, dass die Zahl der Reiszikaden im August plötzlich sprunghaft angestiegen sei. „Ich habe mich an die Anweisungen der Agrartechniker gehalten und rechtzeitig Pflanzenschutzmittel ausgebracht. Der Befall ist nun unter Kontrolle“, so Sheng.

Chinesische Forscherteams haben verschiedene Typen der Insektenradare entwickelt, die in Echtzeit Informationen darüber liefern, woher wandernde Schädlinge stammen, wie viele von ihnen unterwegs sind und wohin sie sich bewegen.

Dank dieser Technologie wird die Schädlingsüberwachung nicht mehr darauf ausgerichtet, Insekten erst nach ihrem Eintreffen zu entdecken, sondern Landwirte bereits vor ihrer Ankunft zu warnen. So bleiben den Bauern 24 bis 48 Stunden Vorlaufzeit für koordinierte Bekämpfungsmaßnahmen.

Bislang wurden 65 Insektenradare an eine nationale Monitoring-Plattform angeschlossen. Bis 2030 soll das Netzwerk voraussichtlich mehr als 150 Radarsysteme umfassen und Chinas wichtigste Flugkorridore für Schädlinge sowie die bedeutendsten landwirtschaftlichen Gebiete abdecken.

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