14-08-2026
Im Umgang mit den Chancen und Risiken der Entwicklung Künstlicher Intelligenz greift China auf seine eigenen Erfahrungen zurück, engagiert sich aktiv in der globalen Governance, fördert internationale Zusammenarbeit und setzt sich dafür ein, dass die einzelnen Länder von technologischen Fortschritten stärker profitieren.
Aus eigener Kraft die KI-Entwicklung fördern
Das jüngst veröffentlichte, in China entwickelte große KI-Modell „Kimi K3“ ist offiziell als Open-Source verfügbar. Gemessen an der Parameterzahl ist es mit 2,8 Billionen Parametern derzeit das größte Open-Source-Modell der Welt.
Unter den weltweit zehn größten Patentanmeldern im Bereich generativer KI haben sechs ihren Hauptsitz in China. Daten zufolge setzen mittlerweile 30 Prozent der chinesischen Industriebetriebe ab einer bestimmten Größe KI-Anwendungen ein. Der Kern der KI-Wirtschaft besitzt ein Volumen von über einer Billion Yuan (etwa 129 Milliarden Euro) und die Zahl der Nutzer generativer KI in China übersteigt bereits 600 Millionen. Durch diese rasante Entwicklung ist China heute das Land mit den meisten Patenten im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Die Zhangjiang Science City, Standort des Ausstellungsbereichs der World Artificial Intelligence Conference 2026 in der Zhangjiang Science Hall, beherbergt Hunderte Unternehmen, die im Design, der Herstellung, der Verpackung und dem Test von Computerchips tätig sind. Die hier ansässigen Betriebe machen etwa ein Fünftel der gesamten Branche in China aus. In den vergangenen Jahren hat China den Aufbau eines rechtlichen und politischen Rahmens sowie die Etablierung von Anwendungsstandards und ethischen Leitlinien für Künstliche Intelligenz vorangetrieben.
Internationale Zusammenarbeit stärken und globale Governance vorantreiben
China setzt sich dafür ein, dass Künstliche Intelligenz zu einer zentralen Triebfeder für die Förderung gemeinsamen Wohlstands und die Bewahrung gemeinsamer Sicherheit wird.
Gegenwärtig zählt China zu den weltweit aktivsten und am schnellsten wachsenden Anbietern von großen Open-Source-KI-Modellen. Diese chinesischen Modelle wurden weltweit bisher über 10 Milliarden Mal heruntergeladen und entsprechende Plattformen wie AtomGit verzeichnen mehr als 11 Millionen registrierte Nutzer.
Die von China ins Leben gerufene „AI+ International Cooperation Initiative“ ruft alle Länder dazu auf, entsprechend ihren jeweiligen nationalen Gegebenheiten aktiv Aktionen der „KI+ Initiative“ durchzuführen, politischen Dialog und pragmatische Zusammenarbeit auszubauen sowie bewährte Verfahren und Lösungsansätze miteinander zu teilen.
Außerdem hat China die „Initiative für globale KI-Governance“ vorgelegt, in der das Land zu Risikobewertung, Gesetzen und Vorschriften, ethischen Leitlinien und weiteren Themen Stellung nimmt. Die Initiative appelliert an alle Länder, gemeinsam Risiken vorzubeugen und die Sicherheit, Zuverlässigkeit, Kontrollierbarkeit und Gerechtigkeit von KI-Technologien zu verbessern. Mit den Versionen 1.0 und 2.0 des „AI Safety Governance Framework“ wurden Sicherheitsvorgaben etabliert, die den gesamten Prozess von der Entwicklung über die Bereitstellung bis zur Anwendung von KI-Modellen umfassen.
Während der World Artificial Intelligence Conference 2026 & High-Level Meeting on Global AI Governance wurde zudem die World Artificial Intelligence Cooperation Organization gegründet. Mit ihren 38 Gründungsmitgliedern ist sie die erste zwischenstaatliche internationale Organisation für Künstliche Intelligenz. Die Organisation folgt den Zielen und Grundsätzen der UN-Charta und steht allen Ländern offen.
Zukunft gestalten – KI für alle fördern
Laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) verfügt etwa ein Drittel der Weltbevölkerung nach wie vor über keinen Internetzugang. Dem Bericht „Digital Progress and Trends Report 2025“ der Weltbank zufolge klafft zwischen Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen und denen mit hohem Einkommen eine deutliche Lücke, was die Anzahl digitaler Systeme und die Rechenleistung angeht. Der Africa Data Centre Report belegt zudem, dass die weltweite Rechenkapazität größtenteils auf die entwickelten Volkswirtschaften entfällt, auf Afrika hingegen nur weniger als ein Prozent.
China veranstaltet Schulungen zum Ausbau von KI-Kapazitäten, hat im Rahmen der „Belt and Road“-Initiative ein spezielles Kooperationsprogramm für technologische Innovation im Bereich KI aufgelegt, die Marke „Digital South“ als eine globale Datenbank für Entwicklungsprojekte geschaffen und das China-ASEAN-Zentrum für KI-Industrieinnovation gegründet.
Für die kommenden fünf Jahre hat China die Bereitstellung von 5000 Fortbildungs- und Schulungsplätzen für Entwicklungsländer im Bereich Künstliche Intelligenz angekündigt. Gemeinsam mit dem ASEAN, der Afrikanischen Union, der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und den BRICS-Staaten will das Land internationale Zentren für KI-Anwendungen aufbauen und das KI-gestützte Wetterfrühwarnsystem „Mazu“ in 30 Ländern zur Anwendung bringen.
An der Schwelle zu einer neuen historischen Ära steht China bereit, mit mehr Offenheit und Pragmatismus gemeinsam mit allen Partnern Chancen der KI-Entwicklung zu nutzen und ihre Herausforderungen zu meistern.