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Future Matters Podcast: Physical AI hält Einzug in den chinesischen Alltag

(German.people.cn)  Donnerstag, 13. August 2026

  

Das auf Zukunftstrends und strategische Vorausschau spezialisierte Beratungsunternehmen Future Matters hat kürzlich eine fünfteilige Reihe seines gleichnamigen Podcasts über die jüngste China-Reise seiner Mitarbeiter veröffentlicht. Die erste Folge steht unter dem Thema „Physical AI“. Die Future-Matters-Partner Steffen Lintz, Robin Jedi Thomsen, Christoph Gümbel und Lars Thomsen sowie Head of Research Oliver Mehler teilen darin ihre Eindrücke und Beobachtungen von der Reise. Im Mittelpunkt stehen autonomes Fahren, Robotaxis, Drohnen und digitales Einkaufen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie schnell technologische Innovationen in China Einzug in den Alltag halten.

Roboter halten Einzug in unseren Alltag

Nach ihrer Ankunft in China fuhr das Team zunächst mit einem Robotaxi. Überraschend für sie war, wie schnell das „Zukunftsgefühl“ des autonomen Fahrens verschwand: Während bei der ersten Fahrt noch eifrig gefilmt und dokumentiert wurde, war das Robotaxi bei der zweiten oder dritten Fahrt bereits ganz normal.

Auch im komplexen Stadtverkehr mit Fußgängern, Elektrorollern und Autos fand sich das Robotaxi problemlos zurecht. Die in Echtzeit im Fahrzeug angezeigte Umfelderfassung stärkte zudem das Vertrauen der Fahrgäste in das System. Aus ihrer Sicht liegt die wichtigste Bedeutung des Robotaxis nicht in der Technologie selbst, sondern darin, dass autonomes Fahren das Labor verlassen hat und nun beginnt, Dienste im großen Maßstab anzubieten.

Eine ähnliche Entwicklung beobachteten sie auch in anderen Bereichen. Sie erlebten Roboter, die U-Bahnen und Aufzüge für Lieferungen nutzen können, sowie Drohnenlieferungen, die bereits im städtischen Alltag eingesetzt werden. So bestellten die Gäste selbst Getränke in einem Park, die anschließend per Drohne zu einem bestimmten Abholpunkt gebracht wurden. Der gesamte Vorgang dauerte etwa 25 Minuten.

Ihrer Ansicht nach werden heute vielleicht nur Getränke per Drohne geliefert. Künftig könnten es aber auch Medikamente, medizinische Güter oder industrielle Ersatzteile sein. Drohnen könnten sogar bei Notfallrettungen eingesetzt werden. Die Roboterrevolution ist also nicht plötzlich entstanden, sondern hält Schritt für Schritt über konkrete Anwendungsszenarien Einzug in das städtische Leben.

Technologie bildet ein digitales Ökosystem

Eine weitere Besonderheit, die die Gäste auf ihrer China-Reise wahrnahmen, war die starke Vernetzung verschiedener digitaler Dienste. Ob Bezahlen, Taxi-Anruf oder Essen bestellen, Lieferungen, Übersetzungen oder Kundenservice – all das lässt sich über wenige Super-Apps abwickeln.

Die Reisegruppe stellte fest, dass digitale Systeme in China längst nicht mehr nur einzelne Produkte sind, sondern zunehmend zur Infrastruktur des täglichen Stadtlebens gehören. In manchen Situationen kann es sogar unpraktischer sein, das digitale System zu umgehen und stattdessen direkt an den Schalter zu gehen.

Dieses Denken in Ökosystemen zeigt sich auch bei intelligenten Fahrzeugen. Bei ihren Besuchen bei Unternehmen wie DJI, Xiaomi und Huawei sahen die Reisenden, wie Smartphones, Smart-Home-Geräte, Autos, Roboter und Dienstleistungen im Energiebereich miteinander verbunden werden. Das Auto ist damit nicht mehr nur ein Verkehrsmittel, sondern wird zunehmend zu einem Bestandteil eines umfassenden intelligenten Ökosystems.

Schnelle Entwicklungszyklen treiben die Umsetzung von Technologie voran

Ein weiteres Schlüsselwort, das die Protagonisten immer wieder nannten, ist „Geschwindigkeit“. Sie beobachteten, dass chinesische Unternehmen nicht abwarten, bis ein Produkt vollständig ausgereift ist, sondern es häufig bereits in einem früheren Stadium auf den Markt bringen. So bringen sie es möglichst schnell in reale Umgebungen, lassen Kunden es direkt nutzen. Auf der Grundlage des Kundenfeedbacks verbessern sie das Produkt anschließend kontinuierlich. Einige Roboterunternehmen arbeiten sogar mit Entwicklungszyklen von etwa zwei Wochen.

Diese schnelle Iteration entsteht jedoch nicht allein durch die Unternehmen selbst, sondern durch das Zusammenspiel von Industrieclustern, Kapital, Politik und Markt. Wenn bestimmte Industriezweige langfristig unterstützt werden, können Unternehmen leichter Finanzierung, Zulieferer und erste Kunden gewinnen. Gleichzeitig verkürzt eine vollständige Lieferkette die Wege zwischen Entwicklung, Produktion und Anwendung und schafft einen Kreislauf aus „Entwicklung – Anwendung – Feedback – Überarbeitung“.

Physical AI wird Realität

Aus Sicht der Podcaster ist das Robotaxi lediglich ein Einstieg, um diesen Trend zu beobachten. Autonomes Fahren, Drohnen, Lieferroboter, Hotelroboter und intelligente Fahrzeuge weisen letztlich auf dieselbe Entwicklung hin: KI verlässt die Softwarewelt auf dem Bildschirm und tritt in die reale Welt ein. Sie wird zu einer „Physical AI“, die wahrnehmen, Entscheidungen treffen und handeln kann.

Der stärkste Eindruck ihrer China-Reise war, dass dies keine ferne Zukunftsvision mehr ist. Physical AI ist bereits in realen Städten im Einsatz und wird zunehmend Teil des täglichen Lebens.

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