11-08-2026
Im globalen Fertigungszentrum der Firma Geek+ Robotics in Hefei, Provinz Anhui, durchlaufen gerade dutzende Logistikroboter die letzten Tests vor ihrer Auslieferung. Diese Charge von „Lagerverwaltungsexperten“ wird in Europa bald schon „ihren Dienst antreten“.
Lü Yan, Verwaltungsleiterin des globalen Fertigungszentrums von Geek+ Robotics, erklärt: „Über 70 Prozent unserer Logistikroboter gehen in den Export, mit Abnehmern in mehr als 40 Ländern und Regionen.“ Das Unternehmen produziert vor allem Sortierroboter, mobile Transportroboter und universell einsetzbare humanoide Roboter. In Verbindung mit einem von der Firma selbst entwickelten Steuerungssystem bringen Roboter die Waren direkt zum Mitarbeiter, sodass dieser sie nicht mehr selbst suchen muss.
Laut Lü Yan seien die chinesischen Logistikroboter im Ausland sehr gefragt. Besonders während Aktionen zum „Black Friday“ steigt die Zahl der Pakete durch Online-Bestellungen und Retouren dort stark an. Die Kommissionierung nach dem alten Prinzip, dass ein Mitarbeiter die Waren selbst sucht, ist nicht nur ineffizient, sondern auch fehleranfällig – ein Problem, mit dem die Händler jedes Jahr aufs Neue konfrontiert sind. „Roboter machen deutlich weniger Fehler als Menschen und sind zugleich effizienter beim Sortieren und Einlagern der Waren.“
„Für uns endet das Geschäft nicht mit dem Verkauf der Produkte. Wir müssen vor Ort präsent sein, unseren Kunden Servicedienstleistungen zur Verfügung stellen und ihre Probleme in den spezifischen Anwendungsszenarien lösen.“, so Lü Yan weiter. Sie ist überzeugt, dass sich chinesische Unternehmen im Ausland behaupten können. Ihre Wettbewerbsfähigkeit sei vor allem in strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards, eigenständig kontrollierbaren Algorithmen sowie einem globalen Servicenetz begründet.
Die Verwaltungsleiterin weist darauf hin, dass Logistikroboter längst nicht mehr nur „hinten im Lager“ eingesetzt werden, sondern schrittweise auch in andere Bereiche wie den Einzelhandel, die Automobil- und Digitalindustrie sowie die Gastronomie vordringen. „Egal ob bei technologischen Herausforderungen oder der Erschließung neuer Märkte – wir gehen mit dem Mut, Hindernisse zu überwinden, ins Ausland und passen unsere chinesischen Konzepte den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort an.“
Immer mehr chinesische Roboterfirmen wenden sich den Märkten in Übersee zu. Das Unternehmen Zerith hat kürzlich zum ersten Mal ganze Roboter exportiert. Drei selbst entwickelte humanoide Roboter auf Rädern gingen nach Malaysia. Wang Xingxing, Vorstandsvorsitzender der Firma Unitree Robotics, gab vor Kurzem bei einem Investorentreffen bekannt, dass das Unternehmen 2025 einen Umsatz von 732 Millionen Yuan (etwa 94 Millionen Euro) im Ausland erzielt habe. Dies entspricht einem Anteil von 43,65 Prozent am Gesamtumsatz.
Den Daten der chinesischen Zollverwaltung zufolge exportierte das Land in den ersten fünf Monaten 2026 insgesamt 10,377 Millionen Roboter aller separat erfassten Kategorien. Die Produkte mit einem Exportwert von 19,99 Milliarden Yuan (etwa 2,57 Milliarden Euro) wurden in über 150 Länder und Regionen weltweit verkauft.