07-08-2026
Ein chinesisches Forschungsteam hat eine aktualisierte geologische Karte des gesamten Mondes im Maßstab von 1:5 Millionen erstellt, teilte das Institut für Geologie der Chinesischen Akademie der Geologischen Wissenschaften am Donnerstag mit.
Die Hauptkarte ist rund 280 Zentimeter lang und 120 Zentimeter hoch und wird durch geologische Detailkarten der Polarregionen des Mondes ergänzt. Die Karte verzeichnet präzise die Lage von mehr als 13.000 Einschlagkratern und 81 Einschlagbecken und stellt 14 Arten geologischer Strukturen und 17 Gesteinsarten dar.
Basierend auf den neuesten Erkenntnissen des chinesischen Mondforschungsprogramms Chang’e und anderer Mondforschungen wurden die geologische Zeitskala des Mondes, die Klassifizierung von Mondmaterial und die kartografische Darstellung geologischer Merkmale systematisch überarbeitet.
Das Team passte die geologische Zeitskala des Mondes an und datiert die Anfänge der Aitken-, Nektarium- und Imbrium-Perioden auf 4,33 Milliarden, 4,17 Milliarden bzw. 3,92 Milliarden Jahre. Zum ersten Mal weltweit bietet die Karte eine feinere Unterteilung der stratigrafischen Einheiten, die die späteren Phasen der geologischen Entwicklung des Mondes darstellen.
Die Karte enthält auch höher aufgelöste Daten, die die Verteilung wichtiger Mineralien auf der Mondoberfläche zeigen, und verbessert das Gesteinsklassifizierungssystem. Auf Basis der jüngsten Erkenntnisse der Missionen Chang’e-4 und Chang’e-6 wurde Gabbronorit als eigenständiger Gesteinstyp im Südpol-Aitken-Becken (SPA) hinzugefügt.
Für den Maßstab von 1:5 Millionen legte das Team je nach Kategorie unterschiedliche Mindestgrößen für die Kartierung fest. Dadurch bleibt die allgemeine Lesbarkeit erhalten, ohne geologische Details von wissenschaftlicher Bedeutung auszulassen.
China veröffentlichte 2022 die weltweit erste geologische Karte des Mondes im Maßstab von 1:2,5 Millionen und 2024 den weltweit ersten vollständigen hochaufgelösten geologischen Mondatlas.
Die neue Karte biete wissenschaftliche Unterstützung für den Bau von Chinas zukünftiger Mondforschungsstation, die Auswahl von Landeplätzen und die Erforschung des Weltraums, sagte Yang Zhiming, Direktor des Instituts. Zugleich stelle die Karte einen neuen chinesischen Beitrag zur Erforschung der Entwicklung des Sonnensystems dar.