07-07-2026
german 07-07-2026
Politik Technik Archiv
Wirtschaft Videos Chinesische Geschichten
Kultur Bilder
Gesellschaft Interviews
Startseite>>Technik

Chinas „künstliche Sonne“ soll bis 2030 erstmals Strom erzeugen

(German.people.cn)  Dienstag, 07. Juli 2026

  

Am 27. Juni haben zwei von China selbst entwickelte supraleitende Magnete für einen Kernfusionsreaktor die technische Abnahme sowie die Parametertests unter Volllastbedingungen bestanden. Dabei handelt es sich unter anderem um die hochtemperatursupraleitende zentrale Solenoidspule, eine Schlüsselkomponente einer kompakten Fusionsversuchsanlage. Die Anlage soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein und voraussichtlich 2030 die erste Stromerzeugung aus Kernfusion demonstrieren.

Um den Mechanismus der Energiefreisetzung der Sonne nachzuahmen, muss die „künstliche Sonne“ den Brennstoff auf Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius erhitzen. Kein Material kann jedoch einer solch extremen Hitze über längere Zeiträume standhalten. Seit Jahrzehnten verlassen sich Wissenschaftler vor allem auf einen starken magnetischen Einschluss, um das Plasma „schwebend“ zu halten und so zu verhindern, dass der Brennstoff die Wände berührt und erlischt.

Nach dem derzeit vorherrschenden Ansatz wird bei der kontrollierten Kernfusion Deuterium – ein leichter Atomkern, der aus Meerwasser gewonnen wird – als Brennstoff verwendet. Die Fusionsenergie aus einem Liter Meerwasser entspricht 300 Litern Benzin, wobei fast kein hochradioaktiver Atommüll und keinerlei CO₂-Emissionen entstehen. Die Weltmeere enthalten schätzungsweise 45 Billionen Tonnen Deuterium – genug, um die menschliche Entwicklung bei den derzeitigen Verbrauchsraten über Milliarden von Jahren aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund konzentrieren sich alle großen Industrieländer auf die Technologie der „künstlichen Sonne“.

Die Magnete, die die Tests bestanden haben, werden zu 100 Prozent im Inland hergestellt – von den Rohstoffen über die Konstruktion bis hin zu den Anlagen und Fertigungsprozessen. Auch die Kosten haben sich verändert: Das gleiche supraleitende Material, das früher 400 Yuan pro Meter kostete, kostet nun nur noch 100 Yuan.

Noch wichtiger ist, dass die neuen Spulen die bisherigen Spezifikationen hinsichtlich Gewicht, Größe und Energiespeicherkapazität bei weitem übertreffen: Das Gewicht einer einzelnen Spule stieg von 350 Tonnen auf 580 Tonnen. Das bedeutet, dass die zukünftige „künstliche Sonne“ in der Lage sein wird, noch mehr Energie zu erzeugen.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter!

German.people.cn, die etwas andere China-Seite.