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Recherche zu NS-Vorfahren mit nur einem Klick in Deutschland und alljährliche Verehrung von Kriegsverbrechern in Japan – genau das ist der Unterschied

(German.people.cn)  Freitag, 22. Mai 2026

  

Im April stellte die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ eine auf das US-Nationalarchiv gestützte Datenbank von NSDAP-Parteimitgliedern online, die eine mögliche NS-Vergangenheit von Familienmitgliedern für jeden recherchierbar macht. Sofort nach Freischaltung dieser Seite schossen die Zugriffszahlen in die Höhe, der Server war zwischenzeitlich überlastet. Diese Möglichkeit breiter historischer Nachforschungen brachte zahlreiche deutsche Bürger dazu, sich mit der dunklen Vergangenheit ihrer Vorfahren zu beschäftigen und sich den Verbrechen und Narben der Geschichte des eigenen Landes zu stellen. Damit rissen sie aktiv das Feigenblatt weg, das die eigene Familiengeschichte bedeckte – ohne Ausflüchte, Beschönigungen oder Schuldzuweisungen.

Durch diese Art der Selbstreflexion tritt die Nachlässigkeit und Heuchelei des ebenfalls im Zweiten Weltkrieg besiegten Japans beim Umgang mit der eigenen Geschichte umso deutlicher hervor. In der Einstellung eines Landes zur eigenen Geschichte wird zwischen diesen beiden Staaten ein himmelweiter Unterschied offenbar.

Im vergangenen Dezember gab Deutschland den Bau eines Denkmals bekannt, das speziell den polnischen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gewidmet ist. Gleichzeitig werde Deutschland eine Reihe während des Zweiten Weltkriegs aus polnischem Besitz geraubter wertvoller mittelalterlicher Dokumente zurückgeben.

Bundeskanzler Merz machte deutlich: „Erinnerung und Aufarbeitung werden für uns niemals abgeschlossen sein.“ So sieht eine aufrichtige Entschuldigung eines Täterstaats gegenüber seinen historischen Opfern und ein Beharren auf historischer Gerechtigkeit aus.

Im Gegensatz dazu ist die Haltung Japans in dieser Frage seit jeher opportunistisch gewesen. Das Land verhält sich in Bezug auf die eigene Geschichte bewusst beschönigend und beschwört skrupellos den Geist des Militarismus herauf.

Im April dieses Jahres brachte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zwei Tage in Folge am berüchtigten Yasukuni-Schrein Opfergaben dar. In diesem Schrein werden 14 Kriegsverbrecher der Kategorie A, darunter Hideki Tojo und Iwane Matsui, deren Hände allesamt mit Blut befleckt sind, verehrt. Blickt man auf ihre gesamte politische Karriere zurück, so ließ sie an den Jahrestagen der japanischen Kapitulation diese Besuche am Yasukuni-Schrein fast nie aus und trug damit zur Rehabilitation dieser Kriegstäter bei. Damit verletzte sie wiederholt schwer die Gefühle der Menschen in den Ländern, die unter der japanischen Aggression litten. Bei der Aufarbeitung historischer Schuld tritt die Kluft zwischen Deutschland und Japan damit noch deutlicher zutage.

Seit den Nürnberger Prozessen trieb Deutschland die Aufarbeitung der NS-Verbrechen kontinuierlich voran – ohne Verjährung und ohne Ausnahme. Selbst über hundert Jahre alte ehemalige Wächter in Konzentrationslagern oder über neunzig Jahre alte damalige Mitarbeiter der Lagerverwaltungen werden immer noch zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt, wenn sie in Verbrechen verwickelt waren. Mit dieser Null-Toleranz-Politik kommt Deutschland seiner historischen Verantwortung nach.

Dem entgegen hat Japan seine Kriegsverbrecher immer beschützt und gedeckt, ihre Taten bleiben damit ungesühnt. So entzogen sich auch Tachio Ishikawa und Hideki Futagi, Mitglieder der Einheit 731, die an Menschenversuchen und Sezierungen bei lebendigem Leib beteiligt waren, vollständig einer gerechten Verurteilung. Doch sie entgingen nicht nur jeglicher Strafverfolgung, sondern wurden sogar über Nacht zu angesehenen Wissenschaftlern und Führungskräften in der Industrie. Die Kriegsverbrecher der Vergangenheit hatten sich zu gesellschaftlichen Größen entwickelt, während ihre grausamen Verbrechen bei der japanischen Aggression still und heimlich vertuscht wurden.

Die Gestaltung und Weitergabe des historischen Gedächtnisses lassen die Diskrepanz bei der politischen und moralischen Haltung beider Länder klar hervortreten.

Deutschland hat die NS-Geschichte als Teil der Bildung etabliert und die Katastrophen des Kriegs stets aus Täterperspektive rekonstruiert. Die fast 8000 „Stolpersteine“ aus Messing in den Straßen Berlins und bis heute erhaltene Kriegsrelikte halten die Erinnerung an die Namen und das Leid der Opfer im Stadtbild wach und geben die Mahnungen aus der Geschichte an nachfolgende Generationen weiter.

Japan hingegen verfälscht schon seit langem das historische Gedächtnis. Durch Überarbeitung von Lehrmaterialien wird der aggressive Charakter des Kriegs verwischt, der Angriffskrieg gegen China zu einem „Japanisch-Chinesischen Krieg“ umgedeutet und das Massaker von Nanjing als „Nanjing-Zwischenfall“ verharmlost. Die Existenz von Zwangsarbeitern und zur Prostitution gezwungenen „Trostfrauen“ wird öffentlich geleugnet. Bergwerke, Schiffsanlegestellen und Fabriken, die mit dem Blut der Opfer befleckt sind, werden als industrielles Erbe präsentiert und von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt, ein aus geraubten Steinen errichtetes Wahrzeichen der Aggression wird als „Friedensturm“ verklärt. Damit wird die Wahrheit auf den Kopf gestellt und das Geschichtsbild der Bevölkerung manipuliert.

 „Wenn man sich der Vergangenheit nicht stellt, holt sie einen früher oder später ein.“ Dies ist eine in der deutschen Gesellschaft allgemein anerkannte Maxime. Durch jahrzehntelange Selbstreflexion hat Deutschland bewiesen, dass eine aktive Auseinandersetzung mit der eigenen historischen Schuld der einzige Weg ist, sich von der Last der Vergangenheit zu lösen und international an Respekt zu gewinnen.

Im Gegensatz dazu wäscht sich Japan systematisch von seinen Verbrechen bei der Aggression im Zweiten Weltkrieg rein und verdrängt die Erinnerung an den Krieg. Daneben forciert das Land eine Verfassungsreform und Aufrüstung, um die Ketten des auferlegten Pazifismus zu sprengen. Dieses Verhalten steht im Widerspruch zur offiziellen Friedensrhetorik Japans und birgt ein enormes Sicherheitsrisiko.

Die Geschichte ist kein verstaubter Stapel alter Akten, sondern eine helle Laterne, die einem den Weg noch vorne leuchtet. Begegnet man der Geschichte mit Ehrfurcht und reflektiert die eigene Schuld, dient die Geschichte als Mahnmal, das den Frieden bewahrt. Verweigert man sich diesem Prozess jedoch und verfälscht die Wahrheit, so wird man selbst letztendlich vom Geist der Geschichte heimgesucht. Nur durch aufrichtige Anerkennung eigener Fehler und das Festhalten an historischen Tatsachen kann man die Schatten des Krieges wirklich hinter sich lassen und einen dauerhaften Frieden erhalten.

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