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China beschleunigt die Anwendung von KI im Gesundheitswesen

(German.people.cn)  Dienstag, 19. Mai 2026

  

Innerhalb von Sekunden kann ein KI-gestütztes „intelligentes Gehirn“ am West China Hospital of Stomatology über 30 häufige Zahnerkrankungen diagnostizieren. Es erstellt sogar „visualisierte“ Befundkarten, die Patienten dabei helfen, ihren Gesundheitszustand besser zu verstehen.

Brancheninsider sind der Ansicht, dass diese Technologie dazu beiträgt, die Informationslücke zwischen Ärzten und Patienten zu schließen.

„Früher verbrachten wir viel Zeit damit, komplexe medizinische Fachbegriffe zu erklären, die Patienten oft nur schwer begreifen konnten. Heute hilft die KI den Patienten dabei, ihr Krankheitsbild intuitiver zu verstehen“, sagt Wang Chenglin, ein Zahnarzt des Krankenhauses.

In dem Krankenhaus fungiert ein klinisches großes Modell für Oralpathologie als „Cloud-Mentor“ für Assistenzärzte und ermöglicht eine Früherkennung und Behandlung mit einer Genauigkeit von 80 bis 90 Prozent.

Der Einsatz von KI in diesem Krankenhaus spiegelt einen breiteren Trend in ganz China wider. Von der Auswertung medizinischer Bilddaten über die Unterstützung klinischer Entscheidungen bis hin zur Vorhersage von Krankheitsrisiken – KI verändert die Arbeitsweise von Ärzten und die Art und Weise, wie Patienten medizinisch versorgt werden, grundlegend.

Dieser Fortschritt wird durch Chinas nationale Initiative zur Förderung der KI-gestützten Gesundheitsversorgung vorangetrieben. Im Jahr 2025 veröffentlichten Chinas Nationale Gesundheitskommission und andere zuständige Behörden eine Reihe von Leitlinien, um den Einsatz von KI-Tools zur Verbesserung der Qualität der nationalen Gesundheitsdienste zu fördern.

Chinas 15. Fünfjahresplan (2026–2030) sieht den geordneten Einsatz digitaler und intelligenter Technologien in Bereichen wie assistierte Diagnostik, Präzisionsmedizin, Gesundheitsmanagement, Krankenversicherungsdienste und Altenpflege vor.

Zum 1. Mai 2025 hatte das Land bereits rund 300 medizinische große Modelle veröffentlicht. Dienste für die medizinische Fernbildgebung auf Kreisebene hatten bereits mehr als 68 Millionen Fälle bearbeitet, wodurch KI zu einem zunehmend wichtigen Instrument für die medizinische Grundversorgung geworden ist.

Trotz vielversprechender Aussichten steht die gesunde und standardisierte Entwicklung der medizinischen KI weiterhin vor Herausforderungen. Dazu zählen der eingeschränkte Zugang zu hochwertigen medizinischen Daten sowie das Risiko von Fehldiagnosen.

„Allgemeine Modelle sind weder in der Lage, klinische Denkweisen zu erfassen, noch können sie sich an personalisierte Diagnoseverfahren anpassen“, erklärt Zhang Hongying, Leiterin der Abteilung für Oralpathologie am West China Hospital of Stomatology.

Um diese Datenlücke zu schließen, fordern Ärzte und Forscher eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der medizinischen Fachwelt und der Technologiebranche. Ziel ist die Erstellung standardisierter, qualitativ hochwertiger Datensätze, die Bereiche wie Bildgebung, Pathologie und biochemische Analysen abdecken.

Diesem Trend folgend stellte der Technologiegigant Alibaba in der vergangenen Woche in Hangzhou, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Zhejiang, einen medizinischen KI-Assistenten vor. Das Unternehmen gab außerdem eine exklusive Partnerschaft für Inhalte mit der BMJ Group, einem führenden Anbieter von medizinischem Fachwissen, bekannt.

Im Rahmen dieser Partnerschaft hat das KI-Modell von Alibaba exklusive Lizenzrechte an Inhalten und multimedialen Ressourcen erworben, die in den vergangenen zehn Jahren in den insgesamt 70 Fachzeitschriften der BMJ Group veröffentlicht wurden. Das Projekt zielt darauf ab, langjährige Herausforderungen zu bewältigen, darunter die Zersplitterung der medizinischen Fachliteratur, sprachliche Barrieren sowie das Phänomen der Halluzinationen von KI bei allgemeinen Modellen.

Experten betonen die Wichtigkeit, auf diesem Gebiet eigene chinesische Standards zu etablieren.

„Wir sind fest entschlossen und verfügen über die nötigen Kompetenzen, um einen medizinischen KI-Standard zu schaffen, der zu China gehört, China dient und chinesische Weisheit sowie Lösungsansätze in die globale Governance der medizinischen KI einbringt“, erklärt Xiao Ruiping, ehemaliger Dekan des College of Future Technology an der Peking-Universität.

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