30-01-2026
Die China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) plant, ihre Forschung zur Erschließung von Weltraumressourcen zu intensivieren und sich dabei auf Technologien zur Erkundung und Gewinnung von Materialien auf Kleinplaneten zu konzentrieren, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Der Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden und anderen Kleinplaneten gestaltet sich aufgrund der geringen Schwerkraft und unberechenbaren Oberflächen schwierig. Daher müssen Bergbauroboter speziell für diese Bedingungen entwickelt werden.
Forscher der China University of Mining and Technology entwickelten im vergangenen Jahr Chinas ersten Weltraum-Bergbauroboter. Dieser ist für den Einsatz in nahezu Schwerelosigkeit konzipiert und übersteht die starken Temperaturschwankungen und die Strahlung im Weltraum.
Der Roboter verfügt über sechs Beine: drei mit Krallen und drei mit Rädern. In felsigem Gelände oder auf lockerem Untergrund nutzt er seine mit scharfen Metallkrallen ausgestatteten Krallenbeine, um Proben zu sammeln. Jedes Krallenbein kann eine Haltekraft von bis zu 200 Newton erzeugen. Drei Beine zusammen erreichen somit eine Kraft von 600 Newton. Die mit Rädern ausgestatteten Beine werden für eine schnellere Fortbewegung auf glatterem Untergrund genutzt.
Der Betrieb in der Schwerelosigkeit ist nur eine von mehreren Herausforderungen beim Bergbau im Weltraum. Weitere Hürden sind die Nutzung von Ressourcen vor Ort, die Energieversorgung, der Transport von Ausrüstung und die Kommunikation im Weltraum.
Der Roboter wird elektrisch betrieben, und Forscher untersuchen Möglichkeiten, Materialien vor Ort zu gewinnen und umzuwandeln, damit die erzeugte Energie den Roboter und andere Geräte versorgen kann.
In der frühen Phase der Ressourcenerschließung im Weltraum gelten der Mond und Asteroiden als die vielversprechendsten Ziele.
Im Mai 2025 startete China seine erste Asteroiden-Erkundungsmission, die Sonde Tianwen-2. Sie wird etwa ein Jahr benötigen, um den erdnahen Asteroiden 2016 HO3 zu erreichen, ihn aus nächster Nähe zu untersuchen und über 100 Gramm Proben zu sammeln, bevor sie zur Erde zurückkehrt. Nach Ablieferung der Proben wird Tianwen-2 eine siebenjährige Reise antreten, um den Hauptgürtelkometen 311P aus nächster Nähe zu erforschen.
Diese Bemühungen zielen sowohl darauf ab, die Entstehung des Weltraums zu erforschen, als auch sein Potenzial für die Rohstoffgewinnung auszuloten, da Weltraumressourcen aufgrund ihres potenziellen Wertes zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Ein Beispiel ist Helium-3 im Mondboden, ein Material, das als vielversprechend für die zukünftige Kernfusion gilt. Im Jahr 2023 starteten die Vereinigten Staaten ebenfalls eine Mission zur Erforschung von 16 Psyche, einem metallreichen Asteroiden zwischen Mars und Jupiter, der vermutlich große Mengen an Metallen wie Platin, Gold und Nickel enthält.
Neben der Erschließung von Weltraumressourcen verfolgt die CASC auch die Bereiche Weltraumtourismus und weltraumbasierte Computerinfrastruktur.