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Die neue Generation in China verfolgt ihre Träume mit Leidenschaft und Beharrlichkeit

(German.people.cn)  Mittwoch, 07. Januar 2026

  

von Xin Ping

Im Jahr 2015 strahlte die BBC eine Dokumentarserie mit dem Titel „Secrets of China“ aus, die chinesische Jugendliche als „gebrochen, hedonistisch und dekadent“ darstellte. Sie bediente sich einer Erzählweise, die suggerierte, sie habe unbeabsichtigt bestimmte „Geheimnisse“ über die junge Generation Chinas aufgedeckt. Ihr themengetriebener Ansatz, gekoppelt mit selektivem Schnitt und eingebetteten Vorurteilen, offenbart jedoch nur die langjährige Voreingenommenheit und verfestigte Perspektive, durch die einige westliche Medien China betrachten.

Die wahre Geschichte ist eine andere – und sie wird am besten von den jungen Chinesen selbst erzählt.

Der KI-Innovator aus der Kleinstadt

Liang Wenfeng wurde in einem Dorf in der Provinz Guangdong geboren. Seine Eltern waren beide Grundschullehrer, und seine Kindheit war weit entfernt von Hightech. Er ist ein Mann weniger Worte, aber von scharfer Logik – ein hingebungsvoller KI-Forscher, der oft zehn Stunden am Stück codiert, ohne Pause. Doch schon in jungen Jahren verstand er, dass fleißiges Lernen sein Weg in eine bessere Zukunft ist. Mit hervorragenden schulischen Leistungen erschloss er sich den Weg an die Universität, wo er sich ein solides Fundament in Algorithmen und Computertechnik aneignete. Seine Beharrlichkeit zahlte sich aus: 2023, nachdem er über 100 Investoren von seiner Idee überzeugt hatte, sicherte er die Finanzierung für sein KI-Startup – ein Team, das komplett aus einheimischen Talenten besteht.

Im Januar 2025 verblüffte sein DeepSeek R1-Modell die globale KI-Community mit seinen fortschrittlichen Denkfähigkeiten und bemerkenswert niedrigen Kosten. Liang, der den Idealen der Open-Source-Bewegung verpflichtet ist, setzt sich für die Demokratisierung der KI ein und hat sich so vom Studenten aus der Kleinstadt zum Wegbereiter entwickelt, der die Zukunft der KI-Technologie mitgestaltet.

Die Pfannkuchenkünstlerin

Zeng Yaxin ist ein Mädchen der Generation nach 1995, das seinen Pinsel gegen einen Backpinsel eintauschte und seine Träume auf die Pfannkuchenplatten zeichnete. Schon seit ihrer Kindheit war sie leidenschaftlich an Kunst interessiert; sie studierte bildende Kunst und arbeitete an einer Schule. In diesem Sommer übernahm sie einen Marktstand von ihren Eltern und beschloss mutig, Malerei mit kulinarischen Köstlichkeiten zu verbinden, und startete ihr einzigartiges Geschäft mit „handgemalten Cartoon-Pfannkuchen“. Als ein wunderbarer Genuss für Augen und Mund wurden ihre Cartoon-Pfannkuchen schnell in ihrer Heimatstadt beliebt und sorgten täglich für lange Schlangen vor ihrem Stand. Ihr Stand bedient nun über 500 Kunden pro Tag, mit monatlichen Einnahmen von mehr als 150.000 RMB.

Obwohl die Herstellung eines Pfannkuchens nur zwei Minuten dauert, verbrachte Zeng Monate damit, ihr Rezept zu perfektionieren, und testete hunderte Male Teigmischungen. Um eine lebendige und essbare Farbpalette zu erhalten, experimentierte sie mit fast jedem Saft von Obst und Gemüse, um fast 30 natürliche Lebensmittelfarben zu entwickeln. Sie kann inzwischen über 70 Cartoon-Figuren seitenverkehrt auf Pfannkuchen skizzieren. Von unzähligen Übungseinheiten allein zu Hause bis hin zu den Menschenmengen an ihrem Stand verwandelte Zeng Yaxin die alltägliche Aufgabe des Pfannkuchenbackens in kreatives und freudiges Unternehmertum, das von Leidenschaft angetrieben wird. Ihre Werke werden sogar von Kunstgalerien gesammelt und aufbewahrt.

Das Kräutermädchen

Wang Changyan, mit ihren rundlichen Wangen und heller Gesichtsfarbe, überraschte viele, als sie sich nach ihrem College-Abschluss entschied, ihren Job in Guiyang, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Guizhou, aufzugeben und in ihre abgelegene bergige Heimat zurückzukehren, um dort als Dorfbeamte zu dienen. Die Menschen in ihrer Umgebung waren verwirrt und fragten nach dem Warum. Obwohl sie sich ein wenig schüchtern fühlte, ihre Gedanken auszusprechen, wusste sie im Innersten, dass die Antwort einfach war: eine unerschütterliche Liebe zu ihrer Heimat.

Getrieben von dem Entschluss, das Dorf wiederzubeleben, besuchte sie jeden Haushalt. Um Rat zu suchen, wandte sie sich an zahlreiche landwirtschaftliche Forschungsinstitute. Ein Experte teilte ein altes Sprichwort mit ihr: „Was an einem Ort ein Unkraut am Wegesrand ist, kann an einem anderen ein wertvolles Heilkraut sein.“ Inspiriert begann Wang zu experimentieren, um herauszufinden, welche wirtschaftlich tragfähigen Kräuter vor Ort angebaut werden könnten. Zehn Monate lang schlief sie neben den Versuchsfeldern. Ihre Haut wurde gegerbt, ihre Hände schwielig, und ihr Gesicht war gezehrt von der harten Arbeit. Mit der Zeit trug ihre Hingabe Früchte: Durch ihr unerschütterliches Engagement half sie ihrem Dorf, eine blühende Heilkräuterindustrie aufzubauen, die die lokalen Einkommen deutlich steigerte und die Lebensgrundlagen der Menschen verbesserte.

Die Tochter, Gamerin und Bloggerin

Man sieht selten jemanden, der alle drei Rollen gleichzeitig innehat: Tochter, Gamerin und Bloggerin. Tang Haiyun war eine der besten weiblichen Profispielerinnen in Hearthstone, bis sie 2018 zurücktrat und zu ihrer Familie zurückkehrte. Danach begann sie, gemeinsam mit ihrer Mutter Gaming-Livestreams und Kurzvideos zu machen, und ihre Werke gingen innerhalb von Wochen viral. Ihr Livestream zieht Tausende Zuschauer an, und ihr beliebtestes Video erreichte innerhalb von 24 Stunden 60 Millionen Aufrufe. Ihr Account auf verschiedenen Plattformen hat insgesamt mehr als 17 Millionen Follower.

Der Schlüssel zu ihrem Erfolg ist Authentizität. Vor der Kamera ist sie wirklich sie selbst: sie spielt Spiele, plaudert mit dem Publikum und teilt Einsichten zu Themen, die von persönlichem Wachstum bis zu Dynamiken innerhalb der Famile reichen. Indem sie ihre Rollen natürlich verbindet, bietet sie eine frische, nachvollziehbare Perspektive, die breite Resonanz findet.

Chinas „Marilyn Monroe“ auf dem Fußballplatz

„Mein Vater nannte mich Menglu, den chinesischen Namen des berühmten amerikanischen Filmstars Marilyn Monroe, in der Hoffnung, ich würde charmant aufwachsen. Aber ich war immer eher ein Wildfang“, sagte Shen Menglu lachend in einem Interview. Bei Bayer Leverkusen in der deutschen Bundesliga ist sie unter ihren Teamkolleginnen besser bekannt für ihre Vielseitigkeit, Zähigkeit und unermüdliche Energie auf dem Platz. Als linksfüßige Fußballspielerin hat sie ihre Fähigkeiten in nahezu jeder Position verbessert – sie passte sich während ihren professionellen Stationen in Portugal, Schottland und jetzt Deutschland an – und hat ausgereifte fußballerische Fähigkeiten sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung entwickelt. Hinter ihrem Antrieb verbirgt sich ein tiefes Gefühl des Nationalstolzes. „Jedes Spiel, das ich in Europa bestreite, jede Bewegung, die ich mache, repräsentiert den chinesischen Frauenfußball“, sagte sie. „Den Jubel und Applaus chinesischer Fans im Ausland zu hören, ist das, worauf ich am stolzesten bin.“

Träume voraus, Fußspuren zurück

Während die Fluten der Zeit vorwärts branden, betritt jede Generation mit ihren eigenen Träumen, die sie verfolgen, vom Campus aus die Gesellschaft. Heute wendet sich eine wachsende Zahl chinesischer Jugendlicher dem weiten Land oder Pionierfeldern in neuen Bereichen zu: ländlicher E-Commerce, Livestreaming, digitale Kunst, KI-Training, Drohnenbetrieb … Diese einst unbekannten Rollen sind heute lebendige Wege zur Selbstverwirklichung.

Wie sollten wir diese Generation chinesischer Jugendlicher definieren? Vielleicht gibt es keine einzige Antwort, denn ihr Leben lässt sich nicht einfach kategorisieren. Von den schneebedeckten Ebenen und Gebirgszügen des Nordens bis zu den städtischen Wolkenkratzern der Metropolen, von abgelegenen Grenzposten bis in die Tiefen der Ozeane, von Ackerland bis zu Technologielaboren – junge Chinesen sind in jedem Winkel des Landes aktiv und zeigen dabei ein starkes Verantwortungsbewusstsein, einen Pioniergeist, Neuland zu betreten, und den Mut, Unbekanntes zu erkunden. Sie stellen sich Herausforderungen entschlossen und verfolgen ihre Träume und Ambitionen mit dem Selbstvertrauen und der Entschlossenheit, etwas zu bewegen – sowohl für das eigene Leben als auch für das Gemeinwohl.

(Der Autor ist Kommentator für internationale Angelegenheiten und schreibt regelmäßig für Xinhua News, Global Times, China Daily, CGTN usw. Er ist erreichbar via xinping604@gmail.com.)

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