08-12-2025
Von Chang Shana

1943, im Alter von 12 Jahren, begleitete ich meinen Vater Chang Shuhong nach Dunhuang, wo ich in den Höhlen Wandmalereien kopierte. Vom Entwurf über die Konturzeichnung bis hin zum Kolorieren und Schattieren eignete ich mir schrittweise die Techniken der Wandmalerei an und erlernte systematisch die Dunhuang-Kunst. Das legte die Grundlage für mein späteres künstlerisches Schaffen, meine künstlerischen Arbeiten und meine künstlerische Ausbildung.
1952 fand in Beijing die Friedenskonferenz für Asien und den Pazifikraum statt. Unter Anleitung von Lin Huiyin ließ ich mich von den Dunhuang-Wandmalereien inspirieren und entwarf Cloisonné-Teller mit Friedenstauben sowie dazu passende Seidentücher, die als Staatsgeschenke an die Vertreter anderer Länder überreicht wurden. Dies markierte den Beginn meiner Arbeit im künstlerischen Design.
Später beteiligte ich mich an den Entwurfsarbeiten für die „Zehn wichtigsten Gebäude“ der Hauptstadt. Die Deckenmuster im Bankettsaal der Großen Halle des Volkes wurden von den Deckenmustern der Dunhuang-Höhlen aus der Tang-Zeit inspiriert. Ich gestaltete das Zentrum der Decke als Lotus und integrierte die traditionellen Muster unter Berücksichtigung der Gebäudeplanung, Beleuchtung, Belüftung und modernen Designanforderungen, um eine raumgestalterische Dekoration mit nationalem Charakter zu schaffen.
Während meiner langjährigen Lehr- und Praxistätigkeit habe ich die verschiedenen dekorativen Muster von Dunhuang systematisch gesammelt und erforscht. Elemente aus den Wandmalereien wie Kopfbedeckungen, Opfergefäße, Throne und geometrische Muster sowie Handgesten, Tiere, Bäume und Wolkenmuster wurden in moderne Schmuckstücke, Gefäße, architektonische Dekorationen, Textildesigns, Malerei und Grafikdesign integriert. Die Dunhuang-Kunst hat alle Phasen meiner gestalterischen Arbeit beeinflusst.
Ich bin über 90 Jahre alt und beschäftige mich weiterhin mit der systematischen Aufbereitung und Erforschung von Dunhuang-Mustern. Gleichzeitig gebe ich mein Wissen über den Schutz, die Erforschung und die Weitergabe der Dunhuang-Kunst an junge Wissenschaftler, Designer und Künstler weiter, in der Hoffnung, dass sie sich ernsthaft mit der Erforschung und Anwendung dieser Kunst befassen und zur innovativen Weiterentwicklung und Weitergabe der traditionellen Kultur beitragen.
Die Meinung der Autorin spiegelt die Position unserer Webseite nicht notwendigerweise wider. Die Autorin ist ehemalige Direktorin der Zentralen Hochschule für Kunsthandwerk.