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Zusammenarbeit zwischen China und Europa treibt den EV-Markt an

(German.people.cn)  Dienstag, 17. Januar 2023

  

Chinas Durchbruch auf dem europäischen EV-Markt wurde von vielen gelobt und von einigen kritisiert, wobei letztere argumentieren, dass Chinas Produzenten eine Bedrohung für Europas etablierte Automobilgiganten darstellen. Viele Aussteller, die von Xinhua auf dem Brüsseler Autosalon befragt wurden, widersprechen dieser Behauptung jedoch.


Besucher begutachten ein BYD Han Elektroauto während einer Präsentation am 13. Januar 2023 bei der 100. Brussels Motor Show in Brüssel, Belgien. Eine Flotte von Luxus-Elektrofahrzeugen (EV) chinesischer Hersteller wurde diese Woche zum ersten Mal auf dem 100. Brüsseler Autosalon präsentiert, der am Freitag seine Türen für Branchenprofis und Medien öffnete. (Foto von Xinhua/Zheng Huansong)

Die Automobilindustrie befindet sich weltweit im Wandel in Richtung Elektromobilität und die Zahl der weltweit verkauften „New Energy Vehicle“ (NEV) aus chinesischer Produktion nimmt stetig zu. Immer mehr Automobilhersteller und Händler in ganz Europa betrachten den Wettbewerb chinesischer Hersteller eher als Chance, denn als Bedrohung.

Nach einer zweijährigen Unterbrechung kehrte der Brüsseler Autosalon am 14. Januar auf spektakuläre Weise zurück. Die 100. Ausgabe dieser prestigeträchtigen Fachveranstaltung ist für Besucher bis zum 22. Januar geöffnet. Gezeigt werden die neuesten Elektrofahrzeuge und E-Mobilitäts-Technologien der wichtigsten Automobilhersteller der Welt.

Zu den rund 55 Ausstellern gehören chinesische Marken wie BYD, SERES, BAIC oder MG. Sie präsentieren auf der Messe sowohl ihre vollelektrischen Fahrzeuge als auch Hybrid-, Benzin- und CNG-Autos (komprimiertes Erdgas) aus chinesischer Produktion.

Chinas führender Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) BYD brachte drei Modelle zur Messe mit: den ATTO 3, den HAN und den TANG, aber Vertreter des Unternehmens erklärten gegenüber Xinhua, dass bald auch andere Modelle in Europa eingeführt werden sollen.

BYD ist bereits in Norwegen, Schweden, Dänemark, den Niederlanden und Belgien vertreten und wird in diesem Jahr auch in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Großbritannien auf dem Markt durchstarten.

Seit 2015 dominieren Chinas EV-Produkte den Weltmarkt. Im Jahr 2022 exportierte das asiatische Land fast 680.000 „New Energy Vehicle“, ein Anstieg von 120 Prozent gegenüber 2021.

Chinas Durchbruch auf dem europäischen EV-Markt wurde von vielen gelobt und von manchen kritisiert, wobei letztere argumentieren, dass die chinesischen Produzenten eine Bedrohung für Europas etablierte Automobilgiganten darstellen. Viele Aussteller, die von Xinhua auf dem Brüsseler Autosalon befragt wurden, widersprachen dieser Behauptung jedoch.


Ein BYD Tang Elektroauto auf dem 100. Brüsseler Autosalons in Brüssel, Belgien, am 13. Januar 2023. Eine ganze Flotte von Luxus-Elektrofahrzeugen (EV) chinesischer Hersteller wurde diese Woche zum ersten Mal auf dem 100. Brüsseler Autosalon präsentiert, der am Freitag seine Türen für Branchenprofis und Medien öffnete. (Foto von Xinhua/Zheng Huansong)

„Wir sind für einen freien Markt, wir begrüßen den Wettbewerb, sei es aus China oder aus den USA“, erklärte Jeroen Lissens, Leiter Unternehmenskommunikation der BMW Group Belux. „Ohne Wettbewerb wäre die Automobilindustrie nicht so innovativ wie sie heute ist“, fügte der Unternehmenssprecher hinzu.

Der deutsche High-End-Automobilhersteller BMW zeigt auf der Messe seine Palette an „New Energy Cars“, darunter den vollelektrischen iX3, der im Nordosten Chinas im Werk des Unternehmens in Shenyang hergestellt wird.

„China ist unser größter Markt. Wir sind der einzige ausländische Automobilhersteller in China, der ein Joint Venture mit einem Anteil von 75 Prozent hat. Wir stellen dort Autos her“, sagte Lissens.

Volkswagen und die zu ihm gehörenden Marken zeigen ebenfalls ihre Vision von der Zukunft der E-Mobilität. Die Ausstellung des deutschen Autogiganten wurde von D'Ieteren, dem in Brüssel ansässigen Automobilvertriebsunternehmen, organisiert.

Jean-Marc Ponteville, Kommunikationsdirektor von D'Ieteren, erklärte gegenüber Xinhua, dass der Automobilmarkt in Europa hart umkämpft ist, was den Kunden eindeutig zugutekomme.

„Wettbewerb ist gut, er bringt den Markt voran“, betonte Ponteville. Das verpflichte die Autohersteller, weiterhin in Technologie und Innovation zu investieren, erklärte er.

„Die Fahrzeugindustrie ist von Natur aus multinational. Jedes Auto wird aus Teilen zusammengesetzt, die in verschiedenen Ländern hergestellt wurden, so dass kein Auto nur in einem einzigen Land hergestellt wird“, sagte Ponteville.

Die weltweite Automobilindustrie ist stark internationalisiert, ob in Europa, den USA, Japan oder in China. Chinesische Automobilhersteller beschäftigen ausländische Designer, Ingenieure und Technik-Experten, und die eingesetzten Technologien und die Lieferketten sind ebenfalls multinational.

SERES, ein EV-Hersteller mit Sitz im südwestchinesischen Chongqing, stellte auf dem Brüsseler Autosalon offiziell seine drei Modelle der Serie SERES 5 E-SUVs (Sport Utility Vehicles) vor. John Zhang, Gründer und Chief Executive Officer (CEO) von SERES Global, erklärte, er schätze die globale Zusammenarbeit während der fünfjährigen Entwicklung und Erprobung der neuen SUVs.


Besucher begutachten am 13. Januar 2023 einen Seres 5 des chinesischen Elektroauto-Herstellers SERES auf der 100. Brussels Motor Show in Brüssel, Belgien. Eine ganze Flotte von Luxus-Elektrofahrzeugen (EV) chinesischer Hersteller wurde diese Woche zum ersten Mal auf dem 100. Brüsseler Autosalon präsentiert, der am Freitag seine Türen für Branchenprofis und Medien öffnete. (Foto von Xinhua/Zheng Huansong)

„Es bedeutet nicht unbedingt einen Konflikt, wenn unsere Autos nach Europa kommen. SERES ist zwar eine chinesische Marke, aber wir verwenden viele ausländische Teile und Technologien. Unsere Autos sind mit Bosch-Kameras, Bosch-Chips und Pirelli-Reifen ausgestattet, das sind alles europäische Produkte“, betonte Zhang gegenüber Xinhua.

„Als wir die neuen Autos heute vorgestellt haben, waren die Vertreter unserer Lieferkette eingeladen, darunter Bosch, der Industrieroboterhersteller FANUC, der Reifenlieferant Pirelli und viele andere. Unsere Zulieferer heißen uns sehr willkommen. Das ist also eine Win-Win-Situation“, erklärte der SERES-CEO.

„Unser Geheimnis ist die Blade Battery, eine fantastische Technologie“, erläuterte Mike Belinfante, Senior Public Relations bei BYD Europe. „Wir bieten anderen Unternehmen in den USA oder Japan, die unsere Technologie nutzen wollen, eine Plattform.“

„Wir wollen und müssen alle zusammenarbeiten“, betonte Belinfante. „Diejenigen, die einen Alleingang wagen, werden zwangsläufig den Kürzeren ziehen. Es ist unser gemeinsames Interesse, unsere Technologien und Erfahrungen zu teilen.“

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