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Eine Frau erfüllt sich ihren Traum im Alter von 97 Jahren

(German.people.cn)
Mittwoch, 16. Mai 2018
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Jiang spielt mit einem Kind in einem Wohlfahrtshaus für Kinder an welches sie 10.000 Yuan gespendet hat.

Jiang Naijuns zweites Geschäft seit 1987, das sie aus dem Nichts erschaffen hat

Jiang Naijun, eine 98-jährige Supermarktleiterin in Changchun, der Hauptstadt der Provinz Jilin, stattete dem örtlichen Wohlfahrtshaus für Kinder am 8. Mai einen Besuch ab hinsichtlich einer Spende von 10.000 Yuan (1.324 Euro). Seit der Eröffnung des 97-Supermarktes im letzten Jahr spendete sie ungefähr die Hälfte der Einnahmen ihres Geschäfts für das Gemeinwohl.

„Ich hab mein Geschäft 97 genannt, weil ich mir im Alter von 97 Jahren meinen Traum erfüllt habe“, erklärt Jiang. „Es war ein sehr bedeutsamer Moment für mich. Zukünftig wird die Hälfte meines Gewinns für täglich anfallende Kosten genutzt und der Rest soll an Menschen in Not gehen.“

Der Supermarkt ist das zweite Geschäft, seitdem sie sich aus ihrem ersten Geschäft in einer Baumwollfabrik im Jahr 1987 zurückzog. Damals hatte sie die Gelegenheit ergriffen und das Geschäft in die Hände ihrer Kinder gelegt.

„Ich erinnere mich noch, dass mein anfänglicher Lohn zu dieser Zeit 18 Yuan pro Monat betrug, also kaum genug für das tägliche Leben“, sagt sie. Keiner meiner Kinder wollte zunächst die Arbeit übernehmen und ich wollte sie nicht dazu zwingen.

Um die Familie über Wasser zu halten, mussten sie einen anderen Weg finden.

Nachdem sie einige kleinere Geschäftsideen mit ihren drei Kindern ausprobiert hatte, fiel Jiang auf, dass es eine wachsende Nachfrage nach kupfernen Firmenzeichen gab und nicht genügend kompetente Hersteller.

In den frühen 1990er Jahren entschied sie sich daraufhin ein kleines Geschäft zu eröffnen, das kupferne Abzeichen herstellte.

„Es war wirklich nicht einfach in dieser Zeit“, gibt Jiang zu. „Wir besaßen nur ein paar grundlegende Werkzeuge wie einen Hammer, Scheren und Zangen. Keiner von uns kannte sich mit den Techniken dieser Arbeit aus und wir hatten nicht genug Geld, um Rohmaterial zu kaufen.

Doch solcherlei Schwierigkeiten konnten die Familie nicht aufhalten.

Jiang sorgte für eine klare Arbeitsverteilung unter den Mitgliedern ihrer Familie: Ihre Tochter und ihre beiden Söhne waren für das externe Geschäft zuständig, während sie sich um das Management, die Leitung und den logistischen Support kümmerte.

Ihr ältester Sohn, Lin Xisen, erstand billig einige überschüssige kupferne Logos und nachdem er diese wiederholt auseinander genommen und wieder zusammen gefügt hatte, fand er ihre genaue Zusammensetzung heraus.

Zudem erlernte er hilfreiche Herstellungstechniken von erfahrenen Handwerkern und entwickelten eigenständig einige Maschinerien, um die Produktion effizienter zu gestalten.

„Egal was passierte, unsere hohen Standards, die Qualität unserer Produkte und unserer Ruf blieben unverändert“, so Jiang. „Glücklicherweise, hatten wir Erfolg mit dem, was wir taten.“

1994 zog die kleine Fabrik in einen 3000 Quadratmeter großen Betrieb ein und begann an der weiteren Ausarbeitung der Produkte.

Jiang zog sich im Jahr 2000 aus dem Geschäft zurück und übertrug es an ihre Kinder. Vier Jahre später gründete ihr ältester Sohn das Unternehmen Lintianyuanda, welches Souvenirs, Logos und Skulpturarbeiten herstellt.

Mit mehr als 500 Angestellten bringt die jährliche Produktion 100 Millionen Yuan ein. Die Firma produziert unter anderem auch Logos für berühmte Automarken wie Mercedes-Benz, BMW, Toyota, Volkswagen und Lincoln.

„Seit vielen Jahren träumte ich nun schon, davon einen kleinen Supermarkt zu eröffnen. Nachdem ich mit einigen jungen Angestellten in unserem Unternehmen gesprochen hatte, entschied ich mich dazu, für die Umsetzung meiner Geschäftsidee Crowdfunding zu nutzen.

Dies bedeutete für Jiang, im Alter von 97 Jahren ein zweites Mal ganz von vorne anzufangen.

Nach einigen Monaten der Vorbereitung gelang es ihr, mit der Hilfe von 50 Investoren 20.000 Yuan einzunehmen und im Julie den 97-Supermarkt zu eröffnen. Sie hält sich täglich in dem Supermarkt auf und es fällt ihr leicht, die Waren, die ihre Kunden benötigen, zu finden. Zudem kennt sie sich mit der Bezahlung per Handy und der Handhabung der Kasse aus.

„Auch wenn diese Art des Geschäfts als mikroprofitabel gilt, entwickelt es sich gut“, so Jiang. „Neben den Spenden bietet der Supermarkt Lebensmittel und Schulutensilien für ärmere Familien und ihre Kinder. Ich bin der Meinung, dass man nie zu alt ist, um seine Träume zu verwirklichen und ich werde auch weiterhin alles dafür tun, mir meinen Weg zu ebnen, bis zu dem Punkt an dem ich mich nicht mehr bewegen kann.“ 

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