Im Jahr 2018 möchte China das Kernmodul seiner Weltraumstation erstmals im All testen. Vier Jahre später soll die „Tiangong 2“ dann in Betrieb genommen werden. Danach soll die Station allen Ländern offen stehen.

„Bei der Entwicklung unserer Raumstation haben wir eine Reihe von Plattformen reserviert, die für internationale Kooperationsprojekte verwendet werden können“, sagte Yang Liwei, der Vizedirektor der China Manned Space Agency, an der Eröffnungszeremonie des 27. Planetary Congress der Association of Space Explorers am Mittwoch in Beijing. „Neben der Zusammenarbeit bei angewandten Experimenten haben wir auch noch Adapter entworfen, an die Raumschiffe anderer Länder andocken können.“
Yang Liwei war im Jahr 2003 der erste Chinese im All. Heute ist er als Vizedirektor der China Manned Space Agency für das bemannte Weltraumprojekt der Volksrepublik verantwortlich. „Wir werden unser Wissen, unsere Erfahrung und unsere Errungenschaften im All mit anderen Ländern teilen, besonders mit Entwicklungsländern“, betont Yang.
China hat bereits in der Vergangenheit des Öfteren mit ausländischen Raumfahrtorganisationen zusammengearbeitet, vor allem im Bereich der Luft- und Raumfahrtmedizin sowie bei den angewandten Wissenschaften, aber auch bei der Selektion und bei der Ausbildung von Astronauten. Als konkretes Beispiel nennt Yang die Durchführung von 17 biowissenschaftlichen Experimenten in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt während der Shenzhou 8-Mission im Jahr 2011.
China sei auch in Zukunft gerne bereit, anderen Ländern und Organisationen bei der Ausbildung ihrer Astronauten zu helfen und sie ins All zu befördern, so Yang weiter: „Nach Erhalt unseres Trainings heißen wir ausländische Astronauten zur Mitarbeit in unserer zukünftigen Raumstation willkommen.“
Die Volksrepublik hat ihr bemanntes Raumfahrtprogramm im September 1992 gestartet. Seither hat sie zehn Raumschiffe – fünf davon bemannt – und ein Weltraumlabor ins All geschickt.
Andy Turnage, der amerikanische Generalsekretär der Association of Space Explorers, befürwortet die internationale Zusammenarbeit bei der Erforschung des Weltraums. Die Mitglieder seines Vereins sollten ihre Regierungen zur Kooperation mit China ermutigen. Vom Verbot der wissenschaftlichen Zusammenarbeit seiner Regierung hält er nichts: „Die US-Politik gegenüber China ist im Weltall nicht sehr hilfreich. Wir sollten die Politik hinter uns lassen und in technologischer Hinsicht eine kooperative Haltung einnehmen.“ Dass das langfristig gelingen wird, davon ist Turnage überzeugt: „Unser Wettkampf im All dauert nun schon 50 Jahre. Noch haben wir ihn nicht überwunden. Aber eines Tages werden wir es tun.“
Die im Jahr 1985 gegründete Association of Space Explorers ist ein nichtstaatlicher internationaler Verein, dem knapp 400 Astronauten aus 35 Ländern angehören. Sein Planetary Congress, an dem sich Raumfahrer aus aller Welt zum Gedankenaustausch treffen, findet in diesem Jahr erstmals in China statt.
„An Empire Reborn“Der neue Schweizer Botschafter Jean-Jacques de Dardel über seine ersten drei Monate in China, das spezielle Verhältnis seiner Heimat zur Volksrepublik sowie die Chancen und Herausforderungen des neuen Freihandelsabkommens.