Am Donnerstag kam der Verkehr im Zentrum von Beijing für eine halbe Stunde komplett zum Stillstand. Ursache war aber nicht etwa ein Verkehrskollaps, sondern ein Helikopter mit einer Person an Bord, die dringend ärztliche Hilfe benötigte.

Beim Patienten handelte es sich um einen 43-Jährigen aus Urumqi, dem Hauptort des Autonomen Gebiets Xinjiang. Der Mann hatte am Donnerstagmorgen einen Herzinfarkt erlitten und wurde von seinem ausländischen Arbeitgeber von Xinjiang umgehend nach Beijing geflogen. Nach seiner Ankunft auf dem Beijinger Flughafen um 13.30 Uhr wurde er mit dem Hubschrauber sofort ins Anzhen-Krankenhaus gebracht. Da das Krankenhaus jedoch über keinen Landeplatz verfügt, musste kurzfristig eine Straßenkreuzung gesperrt werden.

Der Herzinfarkt-Patient leidet an Diabetes. Sein Zustand hat sich inzwischen wieder stabilisiert. Ob er operiert werden muss, kann erst in einigen Tagen entschieden werden.
Der Transport von Xinjiang nach Beijing ins Krankenhaus kostete nicht weniger als eine halbe Million Yuan RMB (61.000 Euro). Allerdings muss der 43-Jährige dafür nicht selbst aufkommen. Alle Kosten werden von seiner Versicherung übernommen, weil er durch seinen Arbeitgeber top versichert war.

Die Rettungsaktion sorgte auch im chinesischen Internet für mächtig Gesprächsstoff. Im Fokus standen jedoch weniger die hohen Kosten als vielmehr der ungewöhnliche Landeplatz. Die Krankenhäuser sollten in Zukunft selber für Hubschrauberlandeplätze sorgen. Es könne nicht sein, dass jedes Mal der Verkehr gestoppt werde, so der allgemeine Tenor.
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