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KPCh will wählerischer werden

(German.people.cn)
Donnerstag, 12. Juni 2014
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Mit über 85 Millionen Mitgliedern ist Chinas Kommunistische Partei die größte Partei der Welt. Jetzt hat sich die KPCh eine Verschlankungskur auferlegt. Ziel ist die Qualitätssteigerung.

Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) will bei der Rekrutierung von neuen Mitgliedern in Zukunft wieder wählerischer sein. Mit diesem Schritt will die Partei ihre Regierungsfähigkeit stärken und gleichzeitig die Gesamtqualität ihrer Mitglieder verbessern.

Gemäß einem Beschluss des Zentralkomitees vom Donnerstag müssen alle Parteiorganisationen ihre neuen Mitglieder „mit Bedacht“ und „auf ausgewogene Weise“ auswählen. Nach den neuesten Regeln zur Rekrutierung von neuen Parteimitgliedern soll die Gesamtgröße der Partei strenger kontrolliert und ihre Struktur und Qualität verbessert werden.

Nach ihrer Zusammenkunft im Januar 2013 hatte die Parteiführung alle Organisationen im ganzen Land aufgerufen, eine Partei von „gemäßigter Größe, vernünftiger Struktur, guter Qualität, strenger Disziplin und herausragender Arbeitseinstellung“ aufzubauen.

Laut der Organisationsabteilung des Zentralkomitees der KPCh betrug die Mitgliederzahl der Partei Ende 2012 über 85 Millionen. Allein im Jahr 2012 wurden 3,23 Millionen neue Parteimitglieder rekrutiert.

Viele Parteien im Westen würden so viele Mitglieder wie nur möglich rekrutieren, weil sie deren Stimmen bräuchten, um zur regierenden Partei zu werden, sagt Professor Wu Hui von der KP-Parteischule. „Aber in China sind die Verhältnisse anders. Um die Regierungsfähigkeit der Partei zu gewährleisten, sollten wir die Qualität ihrer Mitglieder betonen und nicht ihre Quantität.“

Die riesige Zahl der Parteimitglieder stellt laut Professor Wu eine große Herausforderung für die Verwaltung dar. Ein weiteres Problem sieht er in der schwerfälligen Struktur der Partei. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass es in den Organisationen der Partei, der Regierung und der Armee auf hoher Ebene einen hohen Anteil an Parteimitgliedern hat. In Dorfkomitees, Privatunternehmen und anderen Basisorganisationen ist der Anteil hingegen sehr niedrig.“

Die Parteiführung sollte diesen strukturellen Unterschied durch die Rekrutierung von mehr Mitgliedern in ländlichen Gegenden ausgleichen, rät Wu. Denn gerade auf dem Lande könnten Parteimitglieder bei der Lösung von sozialen Problemen – etwa im Zusammenhang mit großen Bauprojekten – eine wichtige Rolle spielen.

Politikprofessor Xu Yaotong von der Chinesischen Akademie für Verwaltung fordert parallel dazu die Einführung eines strengeren Bewertungssystems für Parteimitglieder sowie den Ausschluss von unqualifizierten Parteimitgliedern. 

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