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Inschriften auf Knochen oder Schildpatt: Für die richtige Übersetzung gibt es bis zu 13.000 Euro pro Zeichen

(CRI)

Mittwoch, 30. Oktober 2019

  

Die Inschriften auf Knochen oder Schildpatt der Shang-Dynastie wurden 1899 von Wang Yirong, einem Gelehrten für Epigraphik, entdeckt. In den vergangenen 120 Jahren haben zahlreiche Experten und Gelehrte große Anstrengungen unternommen, um die Inschriften zu übersetzen. Leider konnten bislang nur von ungefähr 1500 Schriftzeichen die Bedeutungen festgestellt werden.

Die Inschriften dokumentierten die Weissagungen der kaiserlichen Familien und des Adels der Shang-Dynastie vor rund 3.600 Jahren. In den 1930er Jahren wurden mehr als 24.900 Knochenstücke mit diesen Inschriften im Dorf Xiaotun in der mittelchinesischen Provinz Henan entdeckt. Nach der Gründung der Volksrepublik China wurden die entsprechenden Ausgrabungsarbeiten fortgeführt. In Erligang in Zhengzhou der Provinz Henan und in Daxinzhuang der ostchinesischen Provinz Shandong kamen viele Inschriften-Knochen wieder ans Licht.

Leider sind bislang nur ein Drittel der entdeckten 5000 Schriftzeichen übersetzt worden. Jiang Yubin ist Forscher des Forschungsinstituts für ausgegrabene Dokumente und alte Schriftzeichen an der Fudan-Universität. Er führt die Schwierigkeiten bei der Erkennung der Inschriften auf die langen vergangenen Zeiten und die Veränderungen der Anwendung der Schriftzeichen zurück. „Wir wissen nicht viel über die damaligen Sprachen und die Kultur. Die Materialien, die bislang entdeckt wurden, sind unzureichend“, sagt Jiang Yubin.

Er nennt auch einige Beispiele für die unterschiedlichen Schreibformen der Schriftzeichen. Das Zeichen „孕“, auf Deutsch „Schwangerschaft“, hat zum Beispiel mehrere Schreibweisen. Es kann sowohl mit einem kleinen „人“, auf Deutsch Mensch, als auch mit dem „子“, auf Deutsch „Kind“, dokumentiert werden. Außerdem unterscheiden sich verschiedene Schriftzeichen oft nur extrem geringfügig.

Das Chinesische Schriftzeichenmuseum hat im November 2016 eine Belohnung für die Übersetzung von Inschriften aus der Shang-Dynastie ausgesetzt. Die Forschungsergebnisse über ein nie dechiffriertes Schriftzeichen, die von einer Expertenjury geprüft werden, werden mit 100.000 Yuan RMB, ungefähr 12.800 Euro, ausgezeichnet. Für die Entschlüsselung eines kontroversen Schriftzeichens bekommt man mit 50.000 Yuan RMB die Hälfte. Damals wurden die Bedeutungen von zwei Schriftzeichen, nämlich „蠢“, auf Deutsch „dumm“ und „阱“, auf Deutsch „Falle“ geklärt.

Eine Belohnung in dieser Höhe steht auch für 2019 wieder bereit. Die Frist zur Anmeldung von Forschungsergebnissen wird am Donnerstag fällig. Dem Museum zufolge wurden bis jetzt nicht viele Dokumente eingereicht. Huang Dekuan, Leiter des Chinesischen Schriftzeichenmuseums, erklärt, die Analyse über die Inschriften aus der Shang-Dynastie hänge mit vielen Aspekten zusammen. Die Aufklärung eines Schriftzeichens sei ohne die Arbeit vieler Vorläufer unvorstellbar. Die Entschlüsselung benötige die Bemühungen von Experten aus verschiedenen Generationen.

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