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Ein Veteran des Hongkong-Kinos: Wong Kar-Wei

(German.china.org.cn)
Donnerstag, 12. April 2018
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In Shanghai geboren, zog Wong Kar-Wei im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern ins damals noch britisch regierte Hongkong. In seiner Jugend gingen er und seine Mutter oft ins Kino und so erzählt der Regisseur, dass das Filmegucken damals sein einziges Hobby war.

Heute zählt Wong Kar-Wei zu den wichtigsten chinesischen Filmemachern und ist Gewinner zahlreicher internationaler Auszeichnungen. Seine Filme, oft romantisch, jedoch niemals kitschig, drehen sich im Grunde um zwei große Themen: Liebe und Einsamkeit in der anonymen Großstadt. Seine künstlerische Handschrift – unverwechselbar. Dunkle Straßen, grelle Neonlichter, intensive Farben und eine einzigartige Kameraführung zeichnen Wong Kar-Weis Filme aus. Monologe, gedankenverlorenes Rauchen, Momente der Einsamkeit sind typische Motive in all seinen Filmen.

Sein Debut machte Wong Kar-Wei 1988 mit „As tears go by". Halb Liebes- halb Gangsterfilm, weist der Cast seines Erstwerks bereits einige der größten Hongkonger Stars der damaligen Zeit auf, wie zum Beispiel Andy Lau, Jacky Cheung und Maggie Cheung, die in den folgenden Jahren in zahlreichen weiteren seiner Filme mitspielten. „As tears go by" spielte im Heimatmarkt viel Geld ein, wurde außerhalb von Hongkong jedoch kaum wahrgenommen.

Mit „Chungking Express" gelang Wong Kar-Wei 1994 dann auch international der Durchbruch. Eigentlich arbeitete er zu der Zeit an einem anderen Film, „Ashes of Time", doch wegen Verzögerungen bei der Produktion startete er kurzerhand ein neues Projekt. Das Skript zu „Chungking Express" war zu Beginn der Dreharbeiten noch nicht einmal fertiggestellt, doch der Film wurde innerhalb von nur sechs Wochen abgedreht. Vielleicht ist es die Spontaneität des erneut in Hongkong spielenden Films, der eigentlich aus zwei hintereinander erzählten Liebesgeschichten besteht, die den Reiz dieses Films ausmacht. Ein prominenter Fan des Films ist Quentin Tarantino: „Wong Kar Wei ist einer der aufregendsten Filmemacher der heutigen Zeit!"

Wong Kar-Weis Filme sind keine leichte Unterhaltung. Das liegt sowohl an der oft sprunghaften Erzählweise. Aber auch an den Figuren, die sich häufig in moralischen Dilemmas befinden und keinen Ausweg sehen. Gerade das findet der Regisseur spannend: „Manche machen Filme, um Antworten zu geben. Ich stelle Fragen."

Mit „In the Mood for Love" schuf Wong Kar-Wei im Jahr 2000 erneut ein Meisterwerk. Das romantische Melodrama spielt im Hongkong der 1960er Jahre und beschreibt die Liebesgeschichte zweier Nachbarn, die herausfinden, dass ihre jeweiligen Partner eine Affäre miteinander haben. Die Produktion des Films zog sich über zwei Jahre und es wird berichtet, dass er erst in letzter Minute, am Morgen der Premiere auf dem Filmfestspiel in Cannes, fertig produziert wurde. Dennoch wurde „In the Mood for Love" von der Kritik hoch gelobt. Er findet sich zum Beispiel auf der Liste der 50 besten Filme der Welt wieder, die vom British Film Institute herausgegeben wurde. Auch den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester internationaler Film räumte er ab.

2013 war Wong Kar-Wai, natürlich mit Sonnenbrille, denn die gehört inzwischen zu seinem Markenzeichen, Jury-Präsident der Berliner Filmfestspiele – zweifellos eine Würdigung seines Oeuvres. Und wie geht es weiter? Medienberichten zufolge arbeitet er nach fünfjähriger Auszeit nun wieder an einem neuen Film. „Blossoms" soll 2019 erscheinen und über den Zeitraum von sechs Jahrzehnten die Lebensgeschichten verschiedener Personen in Shanghai erzählen. Mit 59 Jahren ist Wong Kar-Wei also noch lange nicht am Ende seiner Karriere angekommen.

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