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Scheinbar gestohlener Kulturgegenstand demnächst veräußert

(CRI)
Montag, 09. April 2018
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Ein seltenes Bronzegefäß, das wahrscheinlich während der Verwüstung des Alten Sommerpalastes im Jahr 1860 von ausländischen Truppen gestohlen worden war, wurde jetzt im britischen Kent gefunden.

Der Kulturgegenstand wird diesen Mittwoch bei der Ganterbury Auction Galleries versteigert – es wird mit einem Verkaufspreis von bis zu 200.000 Pfund, rund 230.000 Euro, gerechnet.

In einer eigens veröffentlichten Erklärung teilte Chinas Staatliches Amt für die Verwaltung des Kulturerbes mit, man werde sich umfassend mit der geplanten Auktion befassen. China wende sich gegen jeglichen Verkauf und Kauf gestohlener Kulturrelikte.

Das Bronzegefäß datiert aus der Westlichen Zhou-Dynastie (1027 bis 771 vor Christus). Es wird Tiger Ying genannt, weil sowohl der Ausgießer als auch der Deckel des Wassergefäßes nach der Figur eines Tigers geformt wurden.

Nach Auffassung von Alastair Gibson, Auktions-Gutachter für chinesische Kunst, gebe es auf dem derzeitigen Kunstmarkt nichts Vergleichbares wie dieses Bronzegefäß.

Dabei handelt es sich um das erste derartige Bronzegefäß, das zur Versteigerung angeboten werde. Außerdem wurde keines der bislang entdeckten fünf anderen Gefäße einem Tiger nachempfunden, der in der chinesischen Kunst als König aller Tiere und somit als das kräftigste böse Geister vertreibende Geschöpf gilt.

Der Alte Sommerpalast unweit der Kaiserhauptstadt Beijing wurde während des Zweiten Opiumkrieges (1856-1860) von den alliierten britischen und französischen Truppen geplündert und zerstört.

Gemeinsam mit dem Bronzegefäß wurden überdies einige mit dem Krieg zusammenhängenden Notizen und Fotos entdeckt. Die Notizen stammen von Hauptmann Harry Lewis Evans (1831-1883), der als Offizier des Royal Marines an dem Krieg und der Plünderei des Sommerpalastes beteiligt war.

Das Tiger-Bronzegefäß wurde nach dem Krieg gemeinsam mit zahlreichen anderen gestohlenen Kulturgegenständen nach Großbritannien gebracht und blieb im Besitz des Hauptmanns und seiner Familie. Nach vier Generationen wurde es dem derzeitigen Eigentümer übergeben, der es nun versteigern lässt.

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