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Aufseherin kümmert sich seit 26 Jahren um Nachbarschaft

(German.people.cn)
Dienstag, 13. März 2018
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Eine Wohnanlage in Shanghai ist bei ihren Bewohnern besonders beliebt. Grund dafür ist die Aufseherin Zhu Guoping, die sich seit 26 Jahren um die Nachbarschaft kümmert.

Zhu Guoping arbeitet seit 26 Jahren als Aufseherin für eine Nachbarschaft in Shanghai. Die 40 Jahre alte Wohnanlage mit ihren Reihen aus 6-stöckigen Mehrfamilienhäusern sieht auf den ersten Blick nicht anders aus als die vielen anderen Wohnanlagen, die den Großteil der bewohnten Fläche Shanghais ausmachen.

Was die Nachbarschaft Hongchu im Bezirk Changning aber besonders macht, ist die Tatsache, dass die meisten Bewohner wegen des angenehmen Umfelds und der guten nachbarschaftlichen Beziehungen schon seit Jahrzehnten dort wohnen. Obwohl der Quadratmeterpreis dort einige hundert Yuan höher ist als in umliegenden Gebieten, wollen die Bewohner einfach nicht weg.

Die Bewohner machen dafür vor allem die Aufseherin Zhu verantwortlich, die sich selbst als „Sicherheitsfrau“ beschreibt und nach eigener Aussage „aufpasst, dass die Leute ein friedliches und glückliches Leben führen können.“

„Jeder, egal ob ein hoher Beamter, Professor oder Fabrikarbeiter, jeder kommt nach der Arbeit in die Wohnanlage zurück. Mein Job ist es, Lösungen für die Probleme in der Nachbarschaft zu finden und die Leute glücklicher zu machen“, erklärt Zhu, die seit elf Jahren Delegierte des Nationalen Volkskongresses ist.

Einige der von ihr gelösten Probleme spiegeln gesellschaftlichen Wandel wider. Als sie in den frühen 90ern als Aufseherin von Hongchu anfingt, führte sie zwei Neuerungen ein: eine Telefonzelle und Parkplätze für Fahrräder.

Damals hatte noch nicht jeder Haushalt ein Telefon und es gab noch keine öffentliche Telefonzelle in der Wohnanlage, die Einwohner mussten deswegen lange Strecken zu anderen Wohnanlagen laufen und dort oft lange anstehen.

Außerdem gab es in der Wohnanlage keine Parkplätze für Fahrräder. Sogar diejenigen, die im sechsten Stock wohnten, mussten ihre Fahrräder nach oben tragen und vor den Haustüren abstellen, was ein Chaos im Flur verursachte.

„Um das Vertrauen und die Kooperation der Bewohner zu gewinnen, muss ich ihre Bedürfnisse verstehen und mich kümmern. Wenn sie sehen, dass du Probleme für sie lösen kannst, dann belohnen sie dich mit Unterstützung und Positivität“, erzählt Zhu.

Zhu hat drei persönliche Maximen:

Erstens besucht sie alle Bewohner, die ins Krankenhaus müssen, frisch verheiratet sind oder vor kurzem ein Familienmitglied beerdigt haben.

Zweitens besucht sie regelmäßig alle älteren Bewohner, die alleine leben oder finanzielle Schwierigkeiten haben.

Drittens reagiert sie zeitnah auf alle Vorschläge der Bewohner.

Über die Jahre wurde die öffentliche Telefonzelle durch Handys obsolet. Die wachsende Anzahl von privaten PKW und Mieträdern hat auch die Parkplatzsituation verändert.

Zhu hat die Nachbarschaft dazu aufgerufen sich mehr um Senioren zu kümmern, die besonders im digitalen Zeitalter zunehmend den Anschluss zu verlieren scheinen.

„Viele ältere Bewohner … haben Schwierigkeiten, ihr Leben zu regeln, weil von Banking und Taxifahren über Terminbuchungen im Krankenhaus bis hin zur Nutzung elektrischer Geräte zu Hause immer mehr digital abläuft“, so Zhu.

Zhu schlägt vor, dass einige essenzielle Dienste auch als nicht-digitale Version für ältere Menschen erhalten bleiben. 

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