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Beijing verpasst Hutongs weitere „Facelifts”

(German.people.cn)
Freitag, 05. Januar 2018
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Die chinesische Hauptstadt ist bekannt für sie – die Hutongs. Immer mehr der traditionellen kleinen Gassen sollen renoviert werden.

Dashilanr, einer von Beijings bekanntesten alten Hutong-Bezirken, feiert das zehnjährige Jubiläum seiner Renovierung.

In der chinesischen Hauptstadt gibt es mehr als 6000 Hutongs ¬¬– traditionelle kleine Gassen inmitten von alten Wohnvierteln.

Die Behörden wollen mehr Hutongs renovieren wie in Dashilanr. Dort wurden vor zehn Jahren 20 Millionen Yuan (2,5 Millionen Euro) investiert, die den Bezirk mit seinem kulturellen Erbe und den Einkaufsstraßen in einen beliebten Anlaufpunkt für Touristen verwandelt haben. 60.000 Besucher kommen jeden Tag und geben pro Jahr über 500 Millionen Yuan (64 Millionen Euro) aus.

Renovierungswelle

Ein paar Blöcke von Dashilanr entfernt wurde 2017 Dazhiqiao renoviert. Illegale Geschäfte wurden abgerissen, Wände restauriert und elektrische Leitungen unsichtbar gemacht.

Yuan Jisheng wohnt seit 30 Jahren in Dazhiqiao. Vor der Renovierung sei es immer voll gewesen, überall habe es kleine Stände mit Essen gegeben und der Geruch von Speiseöl und Rauch sei ständig präsent gewesen. „Die Leute haben sich auf der Straße gestritten. Wir sind nicht besonders oft nach draußen.“

Sechs weitere Hutongs werden im Moment renoviert, allerdings ist noch unklar, wie die renovierte Fläche dann genutzt werden soll. Dazhiqiao kann möglicherweise nicht so leicht umgewandelt werden wie Dashilanr.

„Dashilanr ist hauptsächlich ein Wohnviertel und die Einkaufsstraßen waren historisch immer vom Wohnviertel getrennt. In den Hutongs wird hauptsächlich gewohnt, aber sie ziehen heute auch Touristen an, wir versuchen also die Bezirke mithilfe moderner Grundstücksverwaltung zu managen“, erklärt Zhu Jian, stellvertretender Verantwortlicher für Dashilanr bei der Stadtverwaltung.

Zwischen Kultur und Kommerz

Geschäftsleute in den Hutongs versuchen den Spagat zwischen Kultur und Kommerz.

Li Yongsheng betreibt das Opernhaus Sanqingyuan in Dashilanr. „Die Hutong-Kultur in Beijing hat ihre besonderen Seiten. Bei der Renovierung sollte es darum gehen, die Hutongs zu erhalten. Allerdings glaube ich, dass die Unterstützung der Stadtregierung nötig ist, um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Die Stadt will natürlich was davon haben. Wir müssen aber vorsichtig sein und nicht versuchen so schnell wie möglich erfolgreich zu sein und die Einnahmen zu maximieren.“

Die Hutongs der Hauptstadt sind reich an historischen Relikten und werden von Millionen Beijingern bewohnt.

Das Leben dort kann allerdings eine Herausforderung sein, manche Haushalte haben weniger als 20 Quadratmeter Wohnfläche. Wanderarbeiter betreiben in den Hutongs oft ihre Geschäfte, weil die Miete dort niedriger ist. 

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