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Waggon in Kamera: chinesischer Fotograph dokumentiert Portraits in dem Zug

(CRI)
Donnerstag, 07. Dezember 2017
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Wenn der Fotograph Wang Fuchun in einen Zugwaggon einsteigt, achtet er normalerweise nicht darauf, wo sein Sitz ist. Stattdessen richtet er sofort seine Kameralinse auf die Gesichter in dem Waggon. Seit mehr als 30 Jahren hat Wang sich damit beschäftigt, mit seiner Kamera Reisende in dem Zug zu porträtieren.

Das Leben von Wang Fuchun steht in engem Zusammenhang mit der Eisenbahn. Nach seinem Studium in der fotographischen Abteilung an der Pädagogischen Universität in der nordostchinesischen Stadt Harbin begann Wang mit seiner Arbeit im System der Eisenbahn. Eines Tages wurde Wang aufgefordert, Fotos von den Arbeitern zu machen. Das war der Anfang seiner Karriere als Berufsfotograf.

„Nachdem ich die Kamera in die Hand genommen habe, will ich sie nie wieder niederlegen. Meine Linse richtet sich auf die Lokomotive und die Passagiere in dem Waggon. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die Marke meiner Kamera damals „Möwe" war. Ich betrachte mich selbst als eine Möwe, die ihre Flügel ausgebreitet hat und schon seit jeher geflogen ist. "

In den vergangenen mehr als 30 Jahren hat Wang mit der Kamera Portraits bzw. Momentaufnahmen verschiedener Passagiere während der Bahnreise dokumentiert. Diese können auch die gesellschaftlichen Veränderungen widerspiegeln.

Während der 1980er und 90er Jahre, als Massen von Landarbeitern reisten, um Arbeit zu finden, transportierten Dampflokomotiven ganze Gemeinschaften von Menschen, die ihre Heimatorte verließen oder dahin zurückkehrten. Der sogenannten „Grünen Züge", ein traditioneller Zug-Typ damals, waren normalerweise überfüllt. Während des Frühlingsfestivals, den wichtigsten Feiertagen in China, war es sogar nicht mal möglich, durch die Türen in den Waggon einzusteigen. Viele Passagiere mussten durch die Fenster klettern. Trotzdem sehen die Figuren in den Fotos von Wang Fuchun noch fröhlich aus. Denn allein die Heimreise mit der Bahn ist es wert, gefeiert zu werden.

Wang Fuchun beschreibt Züge als Räume, die wie vorübergehende Mikrogesellschaften sind. Die Passagiere stammen aus allen Landesteilen und sprechen verschiedene Dialekte, müssen sich aber während der Zugfahrt einen gemeinsamen Raum teilen. Ein gutes Beispiel ist das Mahjong-Spiel, ein traditionelles chinesisches Kartenspiel mit vier Spielern.

„Passagiere spielten damals gerne Mahjong-Spiel während der Zugfahrt. Sie suchten häufig mehr Spieler, um das Spiel zu starten. Normalerweise kannten die Vier sich gegenseitig nicht. Deshalb betrachte ich die Züge als einen Raum, in dem sich Leute aus allen Ecken der Welt versammeln können."

Warum will sich Wang Fuchun auf die Passagiere in den Zügen konzentrieren? Laut dem Fotographen ist jedes Foto eine Geschichte und jede Person in seinen Bildern hat eine Geschichte zu erzählen. Seine vertrauliche und poetische Art der Fotographie verwandelt seine Aufnahmen in bunte Geschichten.

Mit seinen Foto-Portraits zeigt Wang den Zuschauern auch die enorme Entwicklung der chinesischen Eisenbahnindustrie in den vergangenen Jahrzehnten.

„Die Veränderung der chinesischen Eisenbahn steht in engem Zusammenhang mit der Reform und Öffnung des Landes und spiegelt die Vergrößerung der chinesischen Bevölkerung wider. Früher war das Handy ein Symbol des Sozialstatus und Reichtums. Jetzt benutzen fast alle Passagiere Smartphones bzw. Tablets. In dem Zug kann man Spuren verschiedenster Zeiten mit der Kamera einfangen."

Auch heute noch ist der 74jährige Wang Fuchun ein aktiver Fotograph. Seine Motive ergeben sich aus seiner Liebe zur und Leidenschaft für die Eisenbahn.

„Von grünen Zügen in den 1970er Jahren bis Hochgeschwindigkeitszügen im neuen Jahrhundert: Wir haben die enorme Entwicklung der chinesischen Eisenbahnindustrie miterlebt. Die Zugfahrt wird viel angenehmer und gefällt immer mehr Passagieren. Ich bin stolz darauf, dass ich mit meiner Kamera das alles dokumentieren kann."

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