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Wuzhen: Ein Wegweiser in die gemeinsame digitale Zukunft

(German.china.org.cn)
Dienstag, 05. Dezember 2017
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von Dr. Michael Borchmann, Wiesbaden

In der Region Frankfurt, in der ich lebe, feierte in diesen Tagen das China Competence Center unserer Industrie- und Handelskammern seinen 10. Geburtstag. Als Festredner hatte man Stephan Scheuer eingeladen, bis vor kurzem Korrespondent der renommierten deutschen Zeitung Handelsblatt in China. Scheuer erzählte seinen Zuhörern von einem China, wie es wirklich ist und nicht davon, wie es leider in der deutschen Medienöffentlichkeit oft verkürzt dargestellt wird. Und eine Passage von Scheuers Ausführungen ist mir besonders in Erinnerung geblieben, nämlich sein Mahnruf: Deutschland schaue in Sachen Innovation noch viel zu sehr primär auf Silicon Valley. Tatsächlich sei man in China in vielen Bereichen schon sehr viel weiter. Und die Dienstleistungen im online-Bereich seien ebenso wie der digitale Einkauf „meilenweit“ von der Situation in Deutschland entfernt. Das gelte ebenso für „ali-pay“ und „wechat-pay“. Die Digitalisierung erfasse in China inzwischen nahezu alle Lebensbereiche. Er bekräftigte das, was Xinhua schon anlässlich der CEBIT 2015 konstatiert hatte, nämlich dass China in den Kreis der „Internetsupermächte“ eingetreten sei und seine Unternehmen wie Alibaba zu den herausragenden Akteuren weltweit gehörten.

In dieses von Scheuer beschriebene energische Voranschreiten Chinas in die digitale Zukunft fügt es sich harmonisch ein, dass man in China bereits 2014 eine Welt-Internet-Konferenz ins Leben gerufen hat, im internationalen Sprachgebrauch auch nach ihrem Veranstaltungsort in Wuzhen in Zhejiang als „Wuzhen Summit“ bezeichnet. Ob wir dies nun wünschen oder nicht: Das „Internet of Things - IoT“, d.h. die zunehmende Vernetzung, erfasst mit immer größerer Beschleunigung alle unsere Lebensbereiche. Die Bandbreite reicht von der Wirtschaft (Smart Factory) über unser gesellschaftliches Leben (Smart City) bis hin zum ganz privaten Lebensbereich (Smart Home). Ja, im weiteren Sinne gehören hierzu auch autonomes Fahren oder tragbare Computersysteme. Und es wäre fahrlässig, dieser rasanten Entwicklung nicht mit offenen Augen und einer gezielten Steuerung zu begegnen. „Diese Entwicklung des Internets kennt keine nationalen und fachlichen Grenzen. Vernünftige Nutzung und Entwicklung ebenso wie vernünftige Steuerung erfordern daher eine engere Zusammenarbeit zwischen allen und gemeinsame Anstrengungen der Menschheit um eine große Cybergemeinschaft der Zukunft aufzubauen“: Mit diesen Worten hat der chinesische Staatspräsident Xi Jinping die „Philosophie“ der regelmäßigen Welt-Internet-Konferenzen erläutert.

Zur Konferenz 2017, vom 3. bis 5.12. in Wuzhen, werden mehr als 1500 leitende Akteure aus den Bereichen Regierungen, Internationalen Organisationen, Wirtschaft, Technik und Zivilgesellschaft eingeladen. Sie steht unter dem Leitmotiv: ‚Developing Digital Economy for Openness and Shared Benefits' – ‚Entwicklung der digitalen Wirtschaft zum Wohle der gesamten Menschheit‘. Dies ist ein sehr naheliegendes Leitmotiv. Denn ohne wirtschaftliches Wachstum und ohne wirtschaftlichen Fortschritt keine gesellschaftliche Stabilität. Und es ist auch völlig stimmig mit den Zielen, die Staatspräsident Xi Jinping jüngst beim 19. Parteitag der KP Chinas ausgerufen hat: Den großen Umbau Chinas zu einer führenden Hi-Tech-Nation mit den Etappen 2020 und 2035, zu einer führenden innovationsgeprägten Volkswirtschaft. Selbstverständlich wird sich die Agenda des 4. Summit nicht in dem Leitthema erschöpfen, vielmehr gibt es in den zahlreichen Unterforen umfassende Möglichkeiten, auch all die anderen Aspekte des Internet of Things zu beleuchten. Dies reicht, um nur wenige Beispiel zu nennen, vom Sicherheitsbereich wie Kriminalitäts- und Terrorismusbekämpfung sowie Jugendschutz über FinTech (u.a. digitale Bezahldienste) und künstliche Intelligenz bis hin zu den Optionen der Digitalisierung in Kulturaustausch und Bildung. Aus persönlicher Sicht möchte ich aber ein Unterforum ganz besonders hervorheben: „Internationale Kooperation auf der ‚Digitalen Seidenstraße‘“. Das Belt & Road Projekt ist das herausragende globale Wirtschafts- und Infrastruktur-Vorhaben unserer Zeit. Es liegt auf der Hand, dass sich dieses Vorhaben nicht von den digitalen Entwicklungen der Gegenwart abkoppeln lässt. Nein, es ist umgekehrt so, dass die Digitalisierung gerade diesem Vorhaben zusätzliche substantielle Optionen eröffnet.

Die Wuzhen Summits und dementsprechend auch der Summit 2017 sind also in meinen Augen ein unverzichtbares Gebot der Zeit. Gäbe es sie nicht, sie müssten ins Leben gerufen werden. In Deutschland gibt es das Sprichwort: "Man muss auf dem Bahnsteig stehen wenn der Zug abfährt". Die Teilnehmer des Wuzhen-Summits stehen auf dem Bahnsteig, wenn der Zug "Digitalisierung" losfährt.    

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