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Shanghai tankt jetzt Biodiesel aus „Gully-Öl”

(German.people.cn)
Freitag, 03. November 2017
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Biodiesel aus recyceltem „Gully-Öl” ist jetzt an einer ersten Tankstelle in Shanghai verfügbar. (Foto/Shanghai Food and Drug Administration)

20 Fahrzeuge der Stadtreinigung haben am Donnerstag an einer Tankstelle von Sinopec Biodiesel aus recyceltem „Gully-Öl” getankt und damit den Markteintritt von Kraftstoff aus wiederverwerteten Abfallstoffen in China markiert.

Die Tankstelle im Shanghaier Bezirk Fengxian hat zwei Tanks mit Biodiesel, der Liter kostet dort 5,72 Yuan (ca. 0,75 Euro) im Vergleich zu 6,02 Yuan für normalen Dieselkraftstoff.

Das Unternehmen Sinopec erklärte, eine weitere Tankstelle im Bezirk Pudong wolle demnächst auch Biodiesel verkaufen.

Der Verkauf von Biodiesel durch Sinopec markiere den Eintritt von Kraftstoffen aus recycelten Speiseölen und Fetten in den chinesischen Kraftstoffmarkt, so der Direktor der Shanghaier Behörde für Lebens- und Arzneimittel Yang Jinsong.

Yang erklärte weiter, die Shanghaier Regierung werde die marktorientierte Produktion und den Absatz von Biodiesel unterstützen und die Nutzung durch städtische Busse, Reinigungsfahrzeuge, Lastwagen sowie Frachtschiffe auf dem Yangtze fördern.

Laut Lou Diming, Professor an der Fakultät für Kraftfahrzeugtechnik der Tongji-Universität in Shanghai, werden im Vergleich zu normalen Dieselkraftstoffen durch Biodiesel 10 Prozent weniger Schwermetalle und anderer Feinstaub, 80 Prozent weniger Stickstoffoxide ausgestoßen.

Shanghai filtert jeden Tag im Durchschnitt 150 Tonnen Öle und Fette aus der Kanalisation – daher der Name „Gully-Öl”. Das Recyceln dieser Abfälle hat Anreize geschaffen, alte Speiseöle direkt von Restaurants rückzugewinnen, so Zheng Shuson, Vizedirektor des Shanghaier Verbands für Lebensmittelsicherheit.

Früher mussten Restaurants bezahlen, um ihr Speiseöl entsorgen zu lassen, jetzt können sie es einfach an die städtischen Recyclingunternehmen verkaufen.

Die städtische Regierung hat das Unternehmen Shanghai Zhongqi Environment Technology mit der Rückgewinnung von Speiseölabfall und Weiterverarbeitung zu Biodiesel beauftragt. Die Rückgewinnung ist genau geregelt und Lastwagen, die Speiseölabfall transportieren dürfen, sind mit GPS-Sendern ausgestattet.

Laut Zhang Xuewang, Vorstandsvorsitzender von Shanghai Zhongqi Environment Technology, habe das Unternehmen durch den Zugang zu Sinopecs Vertriebsnetzwerk endlich den Marktwert von Biodiesel erkennen können.

Das Unternehmen hat vorher Biodiesel in kleinerem Rahmen hergestellt und damit 104 Busse und 32 Reinigungsfahrzeuge in Shanghai versorgt. Bis Ende September hatte das Unternehmen 5,86 Millionen Liter von dem Biokraftstoff verkauft, allerdings größtenteils von der Stadtregierung subventioniert.

Zhang erklärte, die Rückgewinnung von einer Tonne Speiseölabfall koste etwa 3.600 Yuan (ca. 470 Euro), während sich die Transportkosten auf 2.000 Yuan (ca. 300 Euro) pro Tonne belaufen. Wegen dieser hohen Kosten sei es ohne Eintritt in den Kraftstoffmarkt schwierig Gewinne zu erwirtschaften.

Private Verbraucher könnten was die Leistung des Biodiesels angeht noch Zweifel haben, so Zheng weiter. Daher ist es wichtig, die Rückgewinnung und Aufbereitung von Speiseölabfall sowie die Weiterverarbeitung zu Biodiesel streng zu überwachen, damit der Biokraftstoff den Qualitätsstandards gerecht wird.

In vielen chinesischen Provinzen, darunter Anhui, Yunnan und Hainan, wird Biokraftstoff mithilfe von regierungsgestützten Pilotprojekten gefördert, so Li Jianmin, Oberingenieur bei Sinopec. 

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