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Umgang mit Rassismus in China und im Westen

(German.people.cn)
Dienstag, 14. März 2017
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Die Leipziger Firma Spreadshirt verteidigte sich vor kurzem gegen Rassismusvorwürfe mit der Meinungsfreiheit, während ein chinesisches Unternehmen eine Werbung nach heftiger Kritik einstellte.

Spreadshirt ist eine Online-Plattform mit Hauptsitz in Leipzig, welche Gestaltung, Kauf und Verkauf von T-Shirts und anderen Artikeln durch Nutzer in sogenannten Spreadshirt Shops ermöglicht.

Auf der Internetseite des Unternehmens werden derzeit immer noch T-Shirts mit dem Aufdruck „Save a dog, eat a Chinese“ und „Save a shark, eat a Chinese“ verkauft. Nachdem die chinesische Botschaft in Berlin einen Verkaufsstopp der Artikel und eine Erklärung gefordert hatte, argumentierte Spreadshirt damit, dass der Aufdruck nicht rassistisch und die Firma nur eine offene und kreative Plattform für Designer sei.

Gelegentlich wird in China bekannt, dass sich europäische und US-amerikanische Privatunternehmen gegenüber China und seiner Bevölkerung anstößig verhalten. In den meisten Fällen versäumt es die westliche Gesellschaft, diese Praktiken angemessen hart zu verdammen und manchmal verhalten sich die Verantwortlichen sogar pikiert. Dies ist auch der Grund dafür, dass solche Äußerungen kein Ende nehmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Spreadshirt wegen seiner angebotenen Produkten in der Kritik steht. 2008 wurde ein rechtsextremistischer Spreadshirt Shop geschlossen, während ein anti-muslimischer Shop mit Verweis auf die Meinungsfreiheit erst verteidigt und anschließend doch 2011 vom Unternehmen von der Plattform genommen wurde.

Mit den Hunderttausenden von Motiven, die auf der Seite von Nutzern zur Verfügung gestellt werden, gestaltet sich die Kontrolle der Inhalte für das relativ kleine Unternehmen schwierig, was den Vorfall erklärt, das anschließende Vorgehen aber nicht entschuldigt.

In China machte letztes Jahr ein Waschmittelhersteller auch international von sich reden, da in einem Werbespot der Firma ein dunkelhäutiger Mann sich durch die angepriesene Waschkraft in einen Chinesen verwandelte. Die Firma wurde öffentlich gerügt, die Werbung eingestellt und ein Image-Schaden verursacht.

In westlichen Ländern wird die Verunglimpfung von China und seiner Bevölkerung oft mit der Meinungsfreiheit gerechtfertigt. Wenn China auf solche Beleidigungen anschließend heftig reagiert, führt dies manchmal sogar zu steigender Popularität, was Chinesen wiederum noch wütender werden lässt.

Ist die Äußerung „Eat a Chinese“ als bloßer Witz aufzufassen? Nein. Sie drückt eine starke Unzufriedenheit mit solchen Chinesen aus, die Hundefleisch und Haifischflossen essen, um damit Aufmerksamkeit zu erregen und Chinesen zu provozieren. Solches Verhalten kann als rassistisch bezeichnet werden, da es die Chinesen als Volk und Kultur in ihrer Gesamtheit diskriminiert, selbst wenn die Praktiken zum Verzehr von Hundefleisch und Haifischflossen in China selbst debattiert werden. Zugleich zeigt sich dadurch eine gewisse Scheinheiligkeit, da auch in der Schweiz, also im Herzen Europas, der nicht-kommerzielle Verzehr von Hundefleisch noch erlaubt ist.

Doch europäische und US-amerikanische Unzufriedenheit mit solchen Chinesen, die Hundefleisch oder Haifischflossen essen, verleitet manche dazu, dieses Thema rassistisch anzugehen. Nichts gegen diese rassistischen Äußerungen zu unternehmen, würde bedeuten, diese indirekt gutzuheißen. Daher sollte man stets offen Einwände äußern, damit diese Fehltritte ausgewiesen werden.

Es sollte zudem angemerkt werden, dass der Westen China schon in der Vergangenheit diskriminiert hat. Die Ursachen dafür waren jedoch, dass man aus einem Gefühl der Überlegenheit heraus auf China herabblickte, während die Gründe sich heutzutage komplizierter gestaltet. Viele Menschen in westlicher Gesellschaft sind verärgert und verstört über Chinas Aufstieg im Vergleich zum eigenen relativen Stillstand und sie machen ihrem seelischen Ungleichgewicht durch Ausfälligkeiten Luft.

Egal wie man mit jenen kommuniziert, welche China und die Chinesen als Ganzes beleidigen, man sollte sich nicht erlauben, seine Empörung darüber allzu stark zu zeigen. Diese Genugtuung sollte man den Anstiftern nicht geben. China rückt immer mehr in den Mittelpunkt der internationalen Bühne und einige werden daher versuchen, sich mit allen Mitteln ins Rampenlicht zu drängen.

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